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Mittwoch. Regen. Es ist duster als hätten wir Winter. Und wer beschließt im Stall mit den Geburtsvorbreitungen zu beginnen? Maluni!

Während ich also die kleinen Miniflauschs zur allmorgendlichen Gewichtskontrolle auf die Waage hebe, sehe ich so aus den Augenwinkeln, Maluni geht aber komisch aufs Klo. Nur, dass Maluni halt gar nicht aufs Klo ging. Sie dachte das zwar auch… aber neee… da platzte gerade die Fruchtblase. Da war klar, heute gibt’s ein Stallbaby. Ich mag Stallgeburten nicht. Draußen auf der Wiese ist’s schon sehr viel schöner. Immerhin konnten wir aber an diesem Morgen noch darauf achten, wo das kleine Alpaka auf die Welt plumpsen würde. Bis dahin sorgten wir mal fürs Frühstück und dafür, dass Maluni und ihr kleiner Nachwuchs einen sauberen Stall haben würden.

Gegen 9.30 Uhr war ein kleines dunkles, sehr agiles Kerlchen auf der Welt. Sobald klar war, dass mit Maluni und dem jungen Mann alles in Ordnung ist und auch die Nachgeburt auf dem Weg war, kümmerte Martin sich dann um den ganzen Rest und ich machte mich mit entsprechender Verspätung auf den Weg zu meinem Dienst bei Bücher König, wo die ganze Zeit fleißig mitgefiebert wurde, dass das Kind heil auf die Welt kommen würde. Ein dickes Dankeschön an dieser Stelle fürs Verständnis und auch fürs mit dabei sein.

Nachdem die Damen und ihre kleine Rasselbande dann den gestrigen Tag bei Regen im Stall verbracht hatten, ging’s heute bloß gut wieder auf die Wiese. Maluni haute ordentlich rein beim grünen Gras und ihr kleiner Hengst nutzte die Zeit zum Süß im Gras sitzen.

Ein kleiner dunkler Alpakahengst sitzt im Gras.

Na mensch! Da hat mich aber Amparo doch ganz schön überrumpelt. Ich hätte darauf gewettet, dass Maluni das nächste kleine Flausch in die Welt setzt. Aber nö… Amparo war der Meinung, dieser mit komischen Wetter angekündigte Tag, das wird ihr Tag zum Gebären. So um die Mittagszeit legte sie los. Ganz subtil (das scheint ihr Ding zu sein), so das man noch überlegt, sind das jetzt erste Geburtsanzeichen oder sind sie’s nicht. Aber sie sollten es werden und ich war ganz schön froh, dass ich Amparos Criapatin nicht vollkommen umsonst verrückt gemacht habe und vor allem, dass sie sich später nicht vollkommen umsonst auf den Weg gemacht hat.

Um kurz vor 13 Uhr entließ sie einen ganz bezaubernden kleinen hellen Hengst in die Welt. Anfangs machten wir uns noch ganz schön Sorgen, weil er arg durch sein kleines Mäulchen atmete, kurze Zeit später gab sich das dann aber und er machte alles, was so ein kleiner Hengst neben süß aussehen an seinem ersten Tag so zu machen hat – und das alles vor den Augen seiner ganz besonderen Criapatin. Was haben wir uns gefreut, dass sie das so hautnah miterleben durfte und haben ihr hoffentlich auch ihren ganz besonderen Moment mit dem kleinen Mann geben können, der übrigens Floris heißen wird.

Und an seinem allerersten Tag hat der kleine Floris auch gleich noch ein Fotografinnenherz umgarnt und ist Céline Lehnert ganz unverhofft vor die Kamera gelaufen. Schick ist es geworden… das Foto und der kleine Kerl sowieso:

Der kleine Alpakahengst Floris vor der Kamera von Céline Lehnert
Foto: © Céline Lehnert Fotografie

Nun hat also Fosco (so heißt Grace‘ kleiner Sohn) einen Spielkameraden und die kleine Stutencrew ist nicht mehr allzusehr in der Überzahl. Der Kindergarten wächst also… und wir sind schon sehr gespannt, wer als nächstes purzeln wird. Hier findest du übrigens alle Infos zu unserer Criapatenschaft

Und dann war da ja noch Ekko…

Der ist mittlerweile voll zum Pubertier mutiert und testet seine Grenzen aus, was das Zeug hält. Ganz zauberhaft. NICHT! Deswegen ist er nun im Einzeltraining und Camp für Teeniehunde. Er trägt es mit Fassung und genießt auch ein ganz klein bisschen die Zeit, in der er nicht arbeiten muss, sondern einfach nur sein kann.

Herdenschutzhund Ekko sitzt in seiner aktuellen Homebase.

Für uns Menschen ist es mitunter echt anstrengend und fordernd auf die einzelnen Bedürfnisse aller Flauschs einzugehen. Zu erfassen, wer gerade was braucht und in welcher Konstellation was geht. Und dann natürlich das ganze in Einklang zu bringen… mit Alpaka und mit Hund. Da werden dann mitunter Pläne tagtäglich über den Haufen geworfen und müssen dann mal ganz spontan die Gehege umfunktioniert oder umgebaut werden.

Aber der Weg ist das Ziel… und mit jedem Tag und Hundestadium werden wir alle gemeinsam hoffentlich routinierter. Allen in allem sind wir extremst froh, dass wir mit der Einführung der Herdenschutzhunde nicht mitten im größten Wolfsdruck bei den Alpakas angefangen haben und somit alle halbwegs entspannt zusammenwachsen können.

Was lange währt… seit über einem Jahr ist’s schon extrem flauschig in unserer Offline-Flauschbox und wir sind ganz verliebt in den Flausch. Jetzt hat’s der Flausch endlich auch (zumindest mal in Teilen) auch in die Online-Flauschbox geschafft. Juhuuu…

Wovon ich hier schreibe? Von den flauschigen Fellprodukten unseres Handelspartners MILLWA. Auch wenn hinter dem Plüsch in erster Linie mal eine sehr traurige Geschichte steckt, gibt’s auch einen (na, vielleicht auch zwei) schöne Aspekte daran.

Flauschige Fellprodukte in Form von Alpakas, Teddybären, Meerschweinchen, Hasen und Wärmeflaschen sitzen bzw. liegen im Gras.

All die flauschigen Fellprodukte gibt es nämlich leider nur, weil das ein oder andere Alpaka in den Andengebieten nicht überlebt hat. Das ist für die Bauern ein herber Verlust, denn für diese ist es wichtig, dass die Flauschs lange und gut leben, damit sie ihre Familien ernähren können. Durch das sich immer extremer wandelnde Wetter wird es immer schwieriger die Alpakas zu versorgen. Hinzu kommt, dass die medizinische Versorgung nicht auf dem Stand ist, den wir hier in Europa haben.

Unser Handelspartner MILLWA arbeitet in Kooperation mit Alpakawollproduzenten zusammen, die die toten Tiere den Bauern abkaufen und daraus die flauschigen Fellprodukte herstellen, damit die Bauern so zumindest einen kleinen Ausgleich für ihr verlorenes Tier haben. Das ist der eine schöne Aspekt. Der zweite ist dann, dass man mit diesen flauschigen Fellprodukten kuscheln kann, was das Zeug hält, was ja mit den lebenden Alpakas keine so gute Idee ist, weil sie ja nicht mögen.

Wenn du nun also dein ganz persönlichen Flausch daheim haben magst, dann kannst du dich jetzt online in unserer Flauschbox umschauen und ihn dir direkt nach hause bestellen… du kannst natürlich auch offline bei uns vorbeischauen und dich ganz in echt in ihn verlieben und mit heim nehmen und nebenbei gleich noch unsere Flauschs besuchen. In jedem Fall tust du nicht nur dir damit etwas gutes, sondern unterstützt damit auch die Bauern in Peru.

So… und hier geht’s zum Flauschbox-Stöbern!

Gestern Mittag legte Grace nach. Einen kleinen schönen Hengst von unserem Orion hat es gegeben. Und weil wir ja gerade so in der Farbe sind… er ist natürlich braun. Irgendwie hatten wir uns das mit dem weißen Orion ja anders vorgestellt, aber okay. Die Hauptsache und das allerwichtigste ist ja, dass die kleinen Flauschs gesund sind, wenn sie auf die Welt purzeln und es dann auch bleiben. Und das sieht für den jungen Mann sehr gut aus. Hat der Tierarzt beim routinemäßigen Geburtscheck auch bestätigt. Juhuu! So darf es bleiben.

Einen Namen hat der kleine Knirps noch nicht. Was daran liegt, das aktuell Martin in der alten Heimat unterwegs ist. Da die Flauschs ja aber eh nicht auf ihre Namen hören, wird er es verkraften. Sicher ist, wir werden einen finden und er wird mit F anfangen.

Und wie süß ist das bitte? Fast den ganzen Nachmittag saß unser Orion vorm Zaun und stierte auf das kleine Kerlchen, als wüsste er, dass es sein ist. (Machte er natürlich nicht… er weiß bzw. hofft, dass die Decksaison nun bald wieder startet und stierte auf die Damen! Aber wir können es uns ja mal ganz kurz so romantisch einreden.)

Alpakahengst Orion sitzt vor dem Zaun. Hinter dem Zaun sitzt sein Sohn und Mama Grace futtert auf der Wiese.

Und sonst? Sonst hadern wir jetzt so langsam immer doller mit dem unbeständigen Wetter… wir sollten Heu für den Winter gemacht bekommen. Nur ist’s grad nie lange genug trocken, dass das auch ein schönes Heu werden könnte. Und je länger das da jetzt aber auch auf der Wiese steht, desto weniger hilfreich ist das. So eine Woche mal eine wirklich stabile gute Wetterlage, das wäre aktuell ein Träumchen!

Oh… und bei Ringo schaut es ganz danach aus, dass sein Kiefer nun besser und besser wird. Die Hoffnung ist wieder am Start, dass wir das vielleicht doch noch einmal so richtig gut in den Griff bekommen.

Nun legen sie aber los… unsere Damen.

Sonntagmittag machte Chari kurzen Prozess und legte uns ihr Fohlen ins Gras. Da schaute ich um kurz nach 11 Uhr noch mal nach dem Rechten und alles war ruhig. Chari schnurpselte gemütlich mit allen anderen über die Wiese. Und dann schaue ich 15 Minuten später ganz zufällig beim allmorgendlichen Böbbelritual ins Tal und denke, komisch… was liegt denn da auf der Wiese? Wuaaaah, das ist ein kleines Alpaki. Und da war sie schon geboren und bereit für die Welt, die dritte Tochter von Chari und kleine Schwester von Emerick und der allererste Nachwuchs von unserem Orion.

Keine vier Stunden später stapfte sie schon voller Zuversicht und Tatendrang durch die Welt und ließ sich von niemanden aufhalten. Wir wünschten Chari schon mal viel Spaß mit diesem Energiebündel. (Am zweiten Tag war dann übrigens klar: hier werden zwei Dickköpfe eine Menge Spaß haben… während Mama Chari nach der Tochter rief, saß die Tochter im Gras und rief nach der Mama… keine von beiden bewegte sich auch nur einen Millimeter.)

Und weil sie so voller Tatendrang und Vorwitzigkeit ins Leben gestartet ist, hört sie nun auf den Namen Flavia… nach Alan Bradleys „Flavia de Luce“ (eine sehr coole Buchreihe).

Ein kleines braunes Alpakafohlen schaut in die Kamera.

Am Montagmorgen legte schließlich Caledonia nach. Nicht ganz so fix wie Chari, aber auf jeden Fall recht unaufgeregt. Nach dem Gehegecheck war eigentlich alles bereit für den Wiesengang der Damen, aber so richtig wollten sie nicht. Also schaute ich einfach noch mal in die Damenrunde und Caledonia schaute mit großen Augen zurück und summte ein sehr spezielles Summen. Mehr aber auch nicht, aber doch verdächtig. Als Martin mich dann etwa 20 Minuten später anrief (das Gehege ist ja groß), dachte ich schon, na da wird er mir wohl sagen, Caledonia ist am Gebären. Er wollte aber „nur“, dass wir bei Osmo die weitere Behandlung seiner doofen Kabbelwunde besprechen. Und während wir so Osmo behandelten, schweifte mein Blick zu den Damen ins Nachbargehege und siehe da… bei Caledonia ging die Geburt los. Wollte mir Martin ja erst nicht glauben.

Für Caledonia war’s die erste Geburt und die meisterte sie wirklich sehr souverän und brachte eine kleine Tochter auf die Welt. Yeah… voll die Girlpower hier in diesem Jahr. Und dann wurde es ein bisschen nervenaufreibend. Die junge Dame wollte unbedingt trinken und bekam es einfach nicht hin. Ich weiß nicht, wie viele Anläufe wir da irgendwann auch gemeinsam unternahmen, aber irgendwann hatten wir’s. Bloß gut. Bis zum Abend wollte das mit dem Trinken dennoch nicht so richtig flutschen. Wenn sie denn dann irgendwann mal das Euter gefunden hat, dann zuppelt sie, aber der Weg dahin braucht viel Geduld und Ruhe. Deswegen haben wir dann für die Nacht unsere große Stutenherde aufgeteilt, damit Caledonia und Kind die Ruhe haben, die sie brauchen. Auch für Chari und Flavia war das nicht verkehrt, denn Chari war mit dem neuen braunen Fohlen in der Herde etwas überfordert.

Caledonias erste Tochter hat auch schon einen Namen von uns bekommen: Fidane!
Der Name kommt aus dem Albanischen und bedeutet Sprössling. Möge also aus der kleinen zerbrechlichen und trinkungeduldigen Maus eine große stolze Alpakadame werden und hoffen wir, dass die Trinkstartschwierigkeiten sie nicht in ihrer ersten Entwicklung beeinträchtigen.

Das Alpakafohlen von Caledonia schaut unter dem Hals durch.

Und weil so eine Geburt so einen Tagesablauf immer gehörig durcheinander bringt und dadurch dann vieles erst einmal zur Seite geschoben wird, dauert die ein oder andere Sache hier bei uns gerade mal wieder etwas länger.

Schauen wir mal, was der heutige Tag so bringen wird.

Und flupp rast die Zeit schon wieder. Tralalala… Also, dann wieder im Schnelldurchlauf:

Wir haben am Wochenende all unsere Flauschs fertig geschoren. Was ist das immer eine große Erleichterung für mich. Der Sommer könnte nun von uns aus durchstarten (muss aber auch nicht… weil es eigentlich toll ist, wenn einem am Vormittag um 9 Uhr noch nicht der Schweiß den Rücken runterläuft!) und die schwangeren Damen (die ja schon etwas länger alle geschoren waren) könnten nun auch durchstarten. Aktuell haben wir diesbezüglich ja fünf quasi in der Pipeline… Chari (mit 344 Tagen), Grace (mit 340 Tagen), Amparo (mit 330 Tagen) Maluni (mit 330 Tagen) und Caledonia (mit 330 Tagen). Die Bäuche sind dick, das Bewegen fällt schwer und die Babyparties in den Bäuchen sind mitunter ganz schön heftig.

Unsere jüngste Maus Felisa entwickelt sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten ganz zauberhaft. An ihrem Geburtstag hatte uns (inkl. Avinya) nach anfänglich schönstem Sonnenschein ein ganz schön kühler Wind und eine ordentliche Regenhusche überrascht. Das bekam der Lunge von Felisa gar nicht gut und bescherte ihr eine Lungenentzündung. Es ist jetzt wieder besser, noch sind wir vorsichtig, aber die Kleine pest unbändig durch die Gegend und erobert die Wiesen, dass Mama kaum noch hinterherkommt.

Und dann haben wir da ja noch unseren Zahnpatienten Ringo. Nach einer Rückmeldung aus Gießen haben wir nun das Antibiotikum abgesetzt und spülen seine Kieferwunde weiterhin fleißig, um sie sauber zu halten und hoffentlich doch glücklich zum Heilen zu bringen. Es wird wohl ein Geduldsspiel. Im allerbesten Fall heilt noch mal alles, im besten Fall wird’s nicht schlimmer und bleibt, wie es ist und im schlimmsten Fall wird’s eben doch schlimmer und ihm kann nicht geholfen werden. Aktuell macht’s den Eindruck, dass wir uns in Richtung besten Fall entwickeln. Die Daumen dürfen gedrückt bleiben oder eben werden.

Ach und dann… dann gab’s die erste (und hoffentlich einzige) frühlingshafte Hengstverletzung in den Reihen unserer Chaoten. Osmo hat sich einen üblen Schlitzer am Hals eingefangen. Wir vermuten von Orion, denn mit dem fetzt er immer mal wieder über die Wiese. Gnarf. Nun heißt es auch hier täglich Spülen, sauber halten und vor allem Fliegen fernhalten. In der Kategorie „Dinge, die man nicht braucht“ sammelt sich in diesem Jahr schon wieder einiges…

Während wir so durch den Alpakaalltag huscheln, bewältigen wir natürlich auch noch den privaten, der gerade von vielen medizinischen Terminen von Martin geprägt ist und uns auch ganz schön in Schach hält. Denn auch wenn wir hier gar nicht mehr so viel von diesem doofen Long-Covid erzählen: Es ist nach wie vor da, bremst mitunter aus und klaut viel Energie, die an anderen Ecken fehlt. So heißt es auch an dieser Front immer wieder geduldig zu sein und nicht den Mut zu verlieren!

Dunja ist umgezogen.

Da uns in den kommenden Tagen die ein oder andere Geburt bevorstehen wird… Chari, Grace, Caledonia, Amparo und Maluni stehen in den Startlöchern und warten scheinbar einfach nur auf schöneres Wetter… und wir vergangenes Jahr ja auch die ein oder andere Geburt am frühen Vormittag und damit schon vor dem Frühstück der Flauschs das ein oder andere Flausch begrüßen durften (nämlich unsere Early M, unseren Elmo und unsere Esmeralda), haben wir beschlossen, dass Dunja einen neuen Schlafplatz braucht. Denn auch wenn Dunja eine sehr umsichtige Hundedame ist, wissen wir noch nicht, wie auf der einen Seite Dunja auf schlüpfenden Nachwuchs reagiert und auch wie auf der anderen Seite die Damen sich von Dunja beim Gebären beeinflussen lassen. Es ist für beide Seiten ja neu und bisher war Dunja nur bei einer Geburt so quasi dabei. Deswegen ist sie nun über Nacht bis auf weiteres bei den Miniminis unterwegs. Dann haben auch diese Flauschs mal wieder Herdenschutzhundetraining und beide Seiten kennen sich gut. Natürlich wird Dunja den Damen und dann auch frisch geschlüpften Fohlen immer wieder Besuche abstatten und… sofern wir eben auch dabei sind… auch die ein oder andere Geburt miterleben und somit alle Abläufe kennenlernen können.

Und dann humpelt auch noch Lucky. Verdammich.

Los ging’s, dass es ihm nicht so gut ging, weil er wieder große Probleme mit Milben hatte. Das hat er seit er als kleiner Hengst (bevor er zu uns kam) zwei Monate lang in einem viel zu kleinen und dunklem Kabuff hauste immer wieder und wird er wohl auch nie loswerden. Seine Haut ist schlichtweg um den Hintern und Schwanz kaputt und anfällig. Um ihm zu helfen, bekam er eine Milbenkur. Und nun vermuten wir, dass er auf das Spritzmittel reagiert, weil er nämlich genau seit dem humpelt und an der Spritzstelle eine Schwellung hat.

Nun heißt’s geduldig sein und für den jungen Mann gibt’s eine Wanderzwangspause, was ihn allerdings nicht davon abhalten lässt, mit einem Affenzahn auf die Wiese zum grünen Gras zu humpeln. Nun ja… da können wir dann immerhin jeden Tag beobachten, dass es besser wird und wann er denn dann wieder wanderfit ist und hinter seinem Roy wieder mit auf Tour darf.

Für unseren (gar nicht mehr) kleinen Caruso hat dieser Umstand schließlich dazu geführt, dass er diese Woche ins kalte Wanderwasser geschmissen wurde. Natürlich nicht unvorbereitet. Mit ihm haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder trainiert und sind mit ihm unsere Wanderrouten abgelaufen und haben ihn mit typischen Wandertourbegegnungen konfrontiert (Fahrräder, Hunde, Kinderwägen etc.), damit er so ganz langsam in die Wanderbande einsteigen kann. Als Lucky dann diese Woche ausfiel und wir wirklich sehr liebe Wandermenschen da hatten, ist er auf seine ganz offiziell erste Feierabendtour gestapft und hat das echt prima gemacht. Er hatte aber auch eine tolle Laufpartnerin, die ein prima Gespür dafür hatte, was dem jungen Kerlchen gut tut und was eben nicht. Von daher, darf er von nun an immer mal mit, wenn die Konstellationen passen. Wir werden’s aber nicht zu wild treiben, weil Caruso nämlich anfangs ein ausgesprochener Wandermuffel war und wir ihm nun nicht die Freude am Unterwegssein verderben wollen.

Ringo hat kein Bock mehr auf seine Behandlungen… und wir können das so gut verstehen. Denn es zieht sich nun schon ganz schön lange mit seinem Zahn. Seit fast vier Wochen wird er nun täglich von uns gepiekst und seine Wunde gespült und versorgt. Die Entzündung in seinen Wurzeln haben wir nun gut in den Griff bekommen, aber leider ist sie auf den Kiefer übergegangen. Deswegen haben wir nun das Antibiotika gewechselt, was den Vorteil hat, dass er nur noch einmal statt dreimal am Tag gepiekst werden muss, aber leider muss er davon jeden Tag eine Mörderspritze bekommen und die sorgt nun dafür, dass er arg humpelt und noch mit anderen Schmerzen zu kämpfen hat. Es tut uns in der Seele weh, ihn so zu sehen und leiden mächtig mit ihm mit. Was er, glaube ich, auch weiß. Denn auch wenn er mal bockelt, nimmt er alles hin und macht schon auch immer schön mit.

Im Moment warten wir noch auf eine Rückmeldung von der Uniklinik Gießen, ob da vielleicht noch eine Idee haben, wie wir ihm helfen können… denn wenn dieses neue Antibiotika weiterhin so bei ihm reindrischt und die Entzündung aber nicht mildert, dann müssen wir uns über kurz oder lang mit dem Gedanken befassen, ob wir ihn anderweitig „erlösen“ müssen. Noch futtert er und hält sein Gewicht. Noch macht er mit und ist in seiner Herde dabei. Der Eindruck, dass seine Kieferentzündung heute das erste Mal seit Tagen nicht heiß ist, lässt die Hoffnung am Leben erhalten, dass wir es packen… aber es kann halt leider auch kippen… und kippen haben wir ja schon das ein oder andere Mal miterleben müssen.

ABER: Noch sind wir nicht an diesem Punkt angelangt. Wir drücken unserem Ringo extremst die Daumen und warten gespannt auf seinen nächsten Röntgentermin nächste Woche, wo er dann in der Praxis wieder für ganz viel Grinsen sorgen wird, weil er sich einfach so unendlich lässig in den Praxisräumen bewegt (hier bei YouTube kann man’s anschauen) und mittlerweile auch ein Profi ist, wenn’s um Röntgenbilder geht…

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