Dürfen wir vorstellen? Zwei nasse Alpakidamen…

Während wir im vergangenen Jahr den ersten freien Tag für einen wundervoll sonnigen Ausflug mit unseren Jungs nutzten, machten wir uns in diesem Jahr am ersten freien Tag (übrigens auch wieder der 4. Januar) auf den Weg zu unseren zwei Mädels Grace und Clarissa bei Robert von Alpaka Village.

Seit wir sie im Oktober auserkoren hatten, ergab sich zumindest für mich kein Tag, die zwei mal zu besuchen. Nun war’s endlich soweit… und es regnete… ohne Unterlass… Verrückt.

Aber auch mit Wasser im Fell sind die zwei umwerfend und wir freuen uns schon, wenn’s denn dann soweit ist, dass die zwei zu uns umziehen können. Aber dafür müssen ja ersteinmal wir umziehen.

Dürfen wir vorstellen? Unsere zwei nassen Alpakadamen inmitten von noch mehr nassen Alpakadamen…

Alpakakieken, die zweite…

Ein ganz klein wenig ist es so wie im letzten Jahr im April / Mai als wir uns das erste Mal auf Alpakaschau gemacht haben… Es ist soweit… wir starten die zweite Runde. Nach den Jungs nun die Mädchen 🙂

Den Auftakt machten wir am vergangenen sonnigen Sonntag. Bei niemand anderem als Robert, der uns unsere knuffige Herrenrunde lieferte.

Und es ist doch etwas ganz anderes… schließlich suchen wir uns nun DIE Stuten raus, die den Grundstock unserer eigenen Herde bilden sollen. Da gibt’s ganz viel zu schauen, zu fragen, abzuwägen… Das wird sicherlich keine leichte Entscheidung. Aber wir freuen uns wie zwei Honigkuchenpferde, dass wir den Traum angehen. 🙂

Es wird kuschlig…

Nachdem uns einige Züchter den Zahn gezogen haben, dass wir ganz schnell an Wolle kommen werden, wenn wir unsere vier Herren im nächsten Jahr das erste Mal scheren lassen, haben wir nun beschlossen uns schon mal mit „Fremdwolle“ zu bestücken. Soooo fremd ist die Wolle dann aber gar nicht. Denn die kommt – wie unsere Alpakis ja auch – von Alpaca Village. Und wer weiß, vielleicht ist in der ein oder anderen Farbe auch das ein oder andere Stückchen Vlies von unseren Vieren mit drin. Sicher ist aber, dass einer unser Herren Kontakt zu einem der Alpakas hatte, dessen Wolle sich in den Knäueln befindet. Und wenn’s der Bruder des Cousins der Mutter des Alpakas war. 🙂

Schick, oder? Man kann auch damit stricken. Das versuche ich nämlich gerade… allerdings fehlt mir da am Ende des Tages doch immer wieder die Zeit und so muss ich mal kieken, ob mein Schal bis zum Ende des noch nicht angefangenen Winters überhaupt fertig wird. Aber hey… 18 Reihen habe ich aktuell schon geschafft. 🙂

Wer glaubt, er hat fürs Stricken oder ähnliches doch ein bisschen mehr Zeit, der kann ab sofort unsere „Fremdwolle“ käuflich erwerben. Yeah!

Ein Knäuel bestehend aus 100 % in Deutschland gewachsener und produzierter Alpakawolle zu je 100 g kostet € 16,95 (zzgl. Versand oder Abhol- bzw. Bringvereinbarung). Das ganze gibt es ungefärbt in den Naturfarben weiß, schwarz, fawn und braun.

Einfach eine Mail an info@webertal-alpakas.de mit Anzahl und Farbe an uns schicken und schon kann’s fast losgehen… wir müssen das ganze dann nach dem Bezahlen halt nur noch zur Post bringen (oder zum vereinbarten Abhol- bzw. Bringort). Wie und was und wohin regeln wir dann gerne per Mail.

Alpakabesitzerlehre VI

Puh… das wird irgendwie kein ganz so einfacher Beitrag… Soviel schon mal vorweg.

Nach der heißen Woche und diversen Terminkoordinationen fuhren wir diesmal mit zwei Autos in lauschige Schwarzwaldtal in Lauterbach. Und während ich mich unterwegs auf unsere Zeit mit den Alpakas freute, kam ich auch ins Grübeln, dass jeder andere vielleicht Rover – unseren kleinen Spuck- und Schreihals – längst abgeschrieben hätte. Das hätte ich vielleicht nicht denken sollen. Denn nachdem wir die allwöchentliche Prozedur des Holens von der Weide, des Trennen und Anhalfterns während der sich Rover schon wieder in Spuckposition brachte, kam Robert auf genau das Thema zu sprechen. Der Termin der Übergabe rückt immer näher und ihm ist nicht wohl mit Rover und uns. Dass ich selbst auch immer noch recht unsicher unterwegs bin und oft nicht so recht mit den Attacken des drolligen Kerlchens, der uns so sehr ans Herz gewachsen ist, umzugehen weiß, macht’s wohl nicht einfacher. Er würde uns auf jeden Fall empfehlen für den Anfang auf Rover zu verzichten. An diesem Tag stellt er uns noch Calypso und Roy hin… einen von beiden würde er uns als Ersatz empfehlen, da beide sehr ruhig, ausgeglichen und vor allem schon erfahrene Läufer sind. Puh.

Mit diesen Infos machten wir uns ersteinmal auf den Weg… und ich geriet prompt unter Beschuss von Rover. Nicht so gut. Die Worte hingen den ganzen Tag über nach. Dass wir in den vergangenen Wochen Gedanken schon noch mit einem vierten Alpaka liebäugelten und es nun noch ein ganz anderes werden sollte, stimmte uns traurig… und vor allem, wir haben den kleinen Kerl mit den puscheligsten Ohren der Welt so sehr lieb gewonnen. Eine Entscheidung wollten wir an diesem Tag noch nicht treffen. Zumal ja noch die Stuten geimpft werden sollten und ich kurz nach Mittag noch weiterdüsen musste.

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Martin beim Festhalten der Stuten für die Spritze… daneben Robert beim Spritzen… ich hinter der Kamera zwischen dem Aufziehen der Spritzen.

Uns sollten grübelreiche Stunden und Tage bevorstehen…

Alpakabesitzerlehre V

Seit fünf Wochen fahren wir nun zu Robert und werden mit unseren und anderen Alpakas und Robert immer vertrauter. Es wird ein bissel komisch, wenn am Sonntag der Wecker klingelt und wir einfach nur noch runter in den Garten huschen, um unsere drei aus dem Stall in den Garten zu lassen… Da müssen wir uns noch was überlegen, um das besondere Schwarzwald-Alpaka-Feeling in Lauterbach nicht missen zu müssen. Aber noch ist’s ja nicht so weit… noch fahren wir sonntags zu unserem Lehrgang und lernen ganz schön viel.

Nicht nur für die Alpakas, auch für uns tritt langsam die Routine ein. Alpakis von der Weide holen (an diesem Tag die ganze Herrenbande auf einmal, weil alle auf einer Weide stehen), Alpakis futtern lassen, Anfänger raussammeln und anhalftern. Wir werden fitter und spielen uns ein. Es ist noch verbesserungswürdig, aber wir packen die Alpakis gemeinsam und geraten weniger in Stress – ich und die Alpakis. Martin hat eh die Ruhe weg und keine Berührungsängste. Beneidenswert.

Nach dem wir die Anfänger von den Fortgeschrittenen bzw. alten Hasen getrennt haben, geht’s los. Die erste Runde: Rover unser kleiner Spuck- und Schreihals, läuft nach anfänglichem Rummeckern eigentlich schon wie’n großer. Er muss jetzt nur noch lernen, dass man sich unterwegs nicht erschrecken braucht und schon gleich gar nicht rumzuspucken. Bekommt der auch noch hin. Casanova begleitet ihn. Er macht, was er immer macht, er ist ganz unauffällig und diesmal sogar fast entspannt. Die zwei dürfen oder müssen eine neue Runde laufen und machen das ganz schön prima. Casi bringt sich noch ein Kleeblatt vom Spaziergang mit, dass er dann im Paddock fröhlich kaut. (Foto gibt’s davon natürlich keins). Die zweite Runde treten Edmundo und Endor an. Endor ist nach wie vor ein grandioser Laufmuffel. Nachdem er schon kaum aus dem Paddock wollt, beschließen wir mit beiden die alte Runde zu laufen und dann geht’s entspannt, aber langsam los. Edmundo läuft schön, hat noch so seine Momente, wo’s hakt, aber im Großen und Ganzen läuft’s. Endor sträubt sich und freut sich, als es endlich wieder zum Stall geht. Auf dem Rückweg überlegen Martin und ich, wer heute die zweite Runde geht. Rover müsste, weil er noch so rumschissert. Casi müsste, weil er sich manchmal noch’n bissel ziert, aber sonst ganz ruhig bei der Sache ist. Da Rover beim Laufen einfach gut läuft, darf Casanova noch mal mit und hat in der dritten Runde den anderen Laufmuffel Mogambo bei sich. Der ziert sich noch sehr viel mehr und lässt Casi wie ein Laufass wirken. Da Casis Kleeblatt nun weg ist, ist’s Zeit sich noch ein neues zu besorgen… und tatsächlich, auf dem Rückweg hat er schon wieder eins im Maul rumhängen. 😀 Diesmal hat er sich ganz genüßlich an der Wiese getan… was in den letzten Wochen sonst noch nicht so getan hat. War also gut, ihn noch mal laufen zu lassen.

Nachdem nun alle wenigstens einmal unterwegs waren, hieß es nun die nächste Lektion in Alpakapflege zu erhalten. Es stand die jährlichen Vorsorgen-/Versorgeimpfung auf dem Plan. Neben einer Spritze fürs Immunsystem, gab’s noch einen Vitaminmix, der Mangelerscheinungen vorbeugen sollte. Für mich galt es die Spritzen zu befüllen, Martin hielt die Alpakas im Zaum und Robert piekste, was das Zeug hielt. Fürs Bestandsbuch wurde alles genau dokumentiert, wer wieviel wovon erhalten hatte. In vier Wochen muss dann die Imfpung wiederholt werden… Ma kieken, was das dann wird… da sollen ja Rover, Edmundo und Casanova endlich bei uns wohnen.

Für Martin war es eine besondere Erfahrung… Er war ganz begeistert, wie sich all die vielen verschiedenen Felle der verschiedenen Alpakas anfühlten und wie er mit jedem Alpaka im Halten sicherer wurde und spürte, wie diese auf ihn reagierten. Für mich war’s aufregend, die Spritzen zu befüllen. Der Bammel etwas falsch zu machen, war groß und nebenbei musste ich ja noch aufpassen, dass Mars im Krankenzimmer, in dem ich mich mit aufhielt, nicht all zu sehr von den anderen gestresst wurde. Faszinierend war es mit zu erleben, wie sehr die Tiere auf die eigene Gegenwart reagieren und dass man sie durch bloßes sich in den Weg stellen in die Richtung lenken kann, in die man sie haben möchte… Ich bin auf nächste Woche gespannt, wenn wir wieder ans Halftern gehen… ob ich dann ein wenig ruhiger bin und somit auch die Alpakas?