Trainingstag

Den Sonntag nutzten wir dann endlich mal wieder zum Trainieren… also für die Alpakis… naja… und somit auch für uns. Nicht, dass wir noch vergessen, wie man so ein Halfter anzieht oder mit Alpakis durch den Wald läuft.

Am Sonntagmorgen durfte Rika endlich ihr eigenes totschickes rotes Halfter ausprobieren. Damit wurde ihre zweite Trainigsphase eingeleitet. Angefangen hatten wir als sie noch ein kleines dickes Wollknäul war. Da passte nämlich noch das Halfter der Großen – aber eben nicht so richtig. Es rutschte und wackelte auf ihrem kleinen Köpfchen und sollte sie ersteinmal nur dran gewöhnen, dass da was am Kopf ist. Nun hat sie ihr eigenes, perfekt an sie angepasstes Halfter, das dann mit ihr mitwachsen kann… und sie wächst endlich richtig los. Noch ein paar Tage Gewöhnungsphase und dann legen wir mit dem Führstrick los. Mal schauen, ob aus ihr ein begeistertes Wanderalpaki wird…

Ein anderes Alpaki musste durfte dann am Sonntag Nachmittag mit auf Tour. Casi war ganz schön lange schon nicht mit dabei. Damit er für kommende Alpakawanderungen wieder fit wird, stapfte er mit Martin an seiner Seite ganz tapfer hinter Roy und mir her.

Casi im Wald von Mainzweiler unterwegs…

Alpakabesitzerlehre VI

Puh… das wird irgendwie kein ganz so einfacher Beitrag… Soviel schon mal vorweg.

Nach der heißen Woche und diversen Terminkoordinationen fuhren wir diesmal mit zwei Autos in lauschige Schwarzwaldtal in Lauterbach. Und während ich mich unterwegs auf unsere Zeit mit den Alpakas freute, kam ich auch ins Grübeln, dass jeder andere vielleicht Rover – unseren kleinen Spuck- und Schreihals – längst abgeschrieben hätte. Das hätte ich vielleicht nicht denken sollen. Denn nachdem wir die allwöchentliche Prozedur des Holens von der Weide, des Trennen und Anhalfterns während der sich Rover schon wieder in Spuckposition brachte, kam Robert auf genau das Thema zu sprechen. Der Termin der Übergabe rückt immer näher und ihm ist nicht wohl mit Rover und uns. Dass ich selbst auch immer noch recht unsicher unterwegs bin und oft nicht so recht mit den Attacken des drolligen Kerlchens, der uns so sehr ans Herz gewachsen ist, umzugehen weiß, macht’s wohl nicht einfacher. Er würde uns auf jeden Fall empfehlen für den Anfang auf Rover zu verzichten. An diesem Tag stellt er uns noch Calypso und Roy hin… einen von beiden würde er uns als Ersatz empfehlen, da beide sehr ruhig, ausgeglichen und vor allem schon erfahrene Läufer sind. Puh.

Mit diesen Infos machten wir uns ersteinmal auf den Weg… und ich geriet prompt unter Beschuss von Rover. Nicht so gut. Die Worte hingen den ganzen Tag über nach. Dass wir in den vergangenen Wochen Gedanken schon noch mit einem vierten Alpaka liebäugelten und es nun noch ein ganz anderes werden sollte, stimmte uns traurig… und vor allem, wir haben den kleinen Kerl mit den puscheligsten Ohren der Welt so sehr lieb gewonnen. Eine Entscheidung wollten wir an diesem Tag noch nicht treffen. Zumal ja noch die Stuten geimpft werden sollten und ich kurz nach Mittag noch weiterdüsen musste.

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Martin beim Festhalten der Stuten für die Spritze… daneben Robert beim Spritzen… ich hinter der Kamera zwischen dem Aufziehen der Spritzen.

Uns sollten grübelreiche Stunden und Tage bevorstehen…

Alpakabesitzerlehre IV

Verrückt, wie schnell so eine Wochenendbeschäftigung zur Gewohnheit werden kann… und wer hätte das nach dem ersten Besuch bei Robert gedacht, dass wir uns mittlerweile schon fast heimisch zwischen all seinen Alpakas fühlen.

Woche vier bringt neue Alpakaerfahrungen und neue schöne Erinnerungen.

Nachdem wir an diesem Supersonnensonntag in Lauterbach eingetrudelt sind, stapften Martin und ich auf die Weide mit unseren Alpakas und holten ersteinmal wieder alle in den Stallbereich. Cosmo war heute nicht so stur drauf, dafür hatten wir einen kleinen Querschießer dabei, der sich so dachte… mönsch wenn ich nicht mit der Gruppe mitlauf, dann wird’s lustig für die beiden Alpakabesitzeranfänger… Aber nich mit uns! 🙂 Den Querschießer auf dem Schirm und die mahnenden Worte von Robert im Ohr (immer schön schauen, dass alle zusammenbleiben) bekamen wir die Gruppe recht schnell dahin, wo sie hin sollte. Juhu!

Eine kleine Futterunterweisung befähigte uns, die Futtermischung der Alpakas zusammenzuschütten und an alle zu verteilen. Ich glaub ja, wir müssen ganz schön aufpassen, dass unsere drei nicht zu mopsig werden – weil es ist schon eine Wonne den beim Schlemmen zuzuschauen. 🙂 Machen die komische Gesichter und stellen komische Verrenkungen an, um auch ja das leckerste vom leckeren abzubekommen. Gnihi.

Dann kam wieder mein nicht so liebstes Alpakafach: Das Halfter anlegen. Meine Hände zittern schon weniger, aber die Angst, den Hals kaputt zu machen ist noch da… Aber es wird. Als alle geschniegelt und gebügelt am Gattertor stehen, suchen wir die ersten beiden raus, um loszulaufen. Mit Rover und Edmundo begeben wir uns auf die erste Runde. Es soll der Tag der Wanderer werden. Bei Rover und Edmundo werden wir gleich von zwei kleinen Wandergruppen aufs Neugierigste ausgefragt, wie die Alpakas so ticken (Kann man die Streicheln? Spucken die? Was können die so? Und halt so Sachen eben). Dafür, dass die zwei jungen Alpakaherren noch so unerfahren außerhalb des Geheges unterwegs sind, haben sie sich tapfer geschlagen und für freudige Gesichter gesorgt. Nach Beantwortung aller Fragen ging’s wieder zurück zu den anderen und Casi durfte mit Calypso auf Tour gehen. Diesmal wurden wir von Martins Eltern begleitet, die sich dem Knuddelcharme der Tiere nicht entziehen konnten und kräftig auf Kuschelkurs waren, was den Alpakis nicht ganz so behagte. Aber Casanova und Calypso tapsen tapfer mit und bescheren eine angenehme kleine Wanderung. Den Abschluss des Tages bildeten Mogambo und Endor. Das sind zwei ganz schöne Laufmuffel, aber bis zur Pausenwiese und zurück haben sie sich doch überreden lassen. 🙂

Nach erfolgreicher Laufstunde erhielt Martin noch eine kleine Einführung in Alpakainspektion. Ich hab schön zugeguckt, während Robert und Martin die Beine der Tiere heben, um zu kieken, dass alles passt. Ein wenig musste gerichtet werden und das Mittel gegen Milben kommt zum Einsatz. Anschließend dürfen alle wieder raus auf die Weide.

In der Stutenherde muss noch mal nach dem Rechten gesehen werden und eine Verletzung mit Blauspray behandelt werden. So verliert Martin nach und nach sämtliche Berührungsangst vor den Tieren. Nicht, dass er da große Probleme hat…

Und schwups… der Sonntagvormittag ist schon wieder dem Mittag gewichen. Die Zeit mit den Tieren vergeht wie im Flug und die Vorfreude auf den kommenden Sonntag kann schon wieder aufgebaut werden.

Alpakabesitzerlehre III

Es ist wieder Sonntag… es geht wieder zu Robert. So langsam kennt das Auto den Weg.

Das Wetter meint es gut mit uns. Robert ist wesentlich entspannter als in der Woche zuvor. Keine Alpakadramen, die in der Woche auftauchten und zu Sonderbehandlungen zwangen. Also alles startklar für ein neues Abenteuer mit unseren drei Alpakas (und auch mit anderen, die wie Rover, Edmundo und Casanova in der Anfängerklasse untergebracht sind…).

Erste Lektion: Die Alpakas von der Weide in den Paddock holen. Wie die diesbezüglich so ticken, haben wir ja mittlerweile schon gut drauf. Nie in den Weg stellen, den sie nehmen sollen und nicht in die Enge treiben. Robert hilft von der Nachbarweide mit ein paar Pfiffen nach als Cosmo (einer der Hengste, der schon bei den Fortgeschrittenen ist, aber auf der gleichen Weide wie die Anfänger weidet) sich ein wenig stur stellt.

Als schließlich alle im Paddock und Futterstall eingetrudelt sind, gibt’s ersteinmal eine ausführliche Futterpause. Da draußen auf der Wiese gab’s ja nix… Is klar.

Zweite Lektion: Die Alpakas anhalftern… ich gestehe… da bin ich noch bei den Megaanfängern. Ich schisse da immer noch kräftig rum, weil ich mich nicht traue, die Alpakas einfach anzupacken. Blöd, wenn die Alpakas noch kräftig rumschissen, weil’se selber noch nicht wissen, wie das ganze abläuft. Gemeinsam mit Martin erwische ich von den fünf Anfängern schließlich unseren Casanova, der sich leicht ungeduldig und angespannt das Halfter von mir anlegen lässt. Puh! Damit war die Lektion allerdings schon rum und ich nicht wirklich glücklich… Martin und Robert hatten in der Zwischenzeit noch den anderen vieren das Halfter angelegt. Aber dat wird… Hoffe ich.

Dritte Lektion: Laufen lernen… Draußen waren sie ja vor zwei Wochen alle schon einmal… jetzt hieß es bereits geübtes festigen. Während Robert im Alpakagehege rumwuselte, durften wir uns immer zwei schnappen und auf kleine Tour gehen. Da es vor zwei Wochen mit Rover und mir ganz gut klappte und er derjenige ist, der wenigstens genauso viel Schiss hat wie ich, hüpfte ich ins kalte Wasser und suchte mir ihn aus. Martin griff sich Edmundo und schon ging es los. Raus aus dem Gehege auf die Straße. Rover versteckte sich hinter mir, lief aber ganz gut mit. An unserer kleinen Wiese vom letzten Mal angekommen, versuchten wir alle gemeinsam ob der aufregenden Kurztour zu viert wieder zur Ruhe zu kommen und setzen uns ins Gras… Also Martin und ich. Die Alpakas tänzelten an der Leine. Rover kam so langsam auch zum Schnuppern und taute ein wenig auf… bis ich aufstand und ersteinmal eine Ladung Grünzeug auf dem Dekolleté hatte. Puh… Das kam etwas überraschend und haute mich ersteinmal um. Etwas hilflos dastehend bekam ich Hilfe von Martin. Wir tauschten die Alpakas und Edmundo und ich gingen auf Vertrauensbildungskurs. Irgendwann hatten sie sich so einigermaßen gefangen. Ich auch und wir machten uns auf den Rückweg.

Das ganze wiederholten wir immer und immer wieder in immer und immer wieder anderer Konstelation. Fazit: Obwohl Rover ein ganz schöner Schisser ist, läuft er schon fast wie ein großer ohne zu murren mit. Casanova ist total unaufgeregt und macht einfach mit. Edmundo ist noch sehr nervös, dabei aber trotzdem irgendwie entspannt. Das wird. 🙂

Nach getaner Arbeit setzten wir uns noch ein wenig mit Robert in die Sonne und genossen den sonnigen Nachmittag beim Plausch über das Leben im Allgemeinen und mit den Alpakas im Speziellen. 🙂

Nächste Woche gibt’s auf jeden Fall wieder mehr neues!