Tag-Archiv: Grace

Und ebenfalls schon seit vergangenem Montag will ich hier unbedingt darüber berichten, dass sich Chari anschickt an Grace in Sachen Geburt vorbei zu drängeln. Seit (damals am Montag) ein paar Tagen (und heute ja nun schon ein paar Tage) mehr schnauft und ächzt sie durch die Gegend, himmelt ihren Wassereimer an (was ja scheinbar so ein Familiending ist) und ist sehr schwerfällig unterwegs. Als es dann plötzlich doch ganz schön warm wurde, gerieten wir schon arg in Sorge, dass sie wie ihre Schwester eine mir-ist-zu-warm-das-Kind-muss-raus-Geburt hinlegen würde und drückten die Daumen, dass Chari bis zum Wochenende durchhalten würde, dass sie unters Schermesser kann und es wieder entspannter für sie wird.

Zur Mitte der Woche war ich mir nicht sicher, ob ich diese Worte hier so würde tippen dürfen. Aber Chari hat durchgehalten, wir konnten sie am Samstag auf den Schertisch heben und nun geht’s ihr schon viel besser. Sie schnauft nicht mehr so und man hat wundervolle Sicht auf ihren dicken Babybauch mit ganz schön viel Party drinnen, so wie wir das letztes Jahr schon mit Emerick im Bauch erleben durften (bei YouTube hatten wir es festgehalten).

Tja… und nun sind wir gespannt, wer das Rennen machen wird… Grace oder Chari… oder gar Avinya, die auch gar nicht mehr so lange hat und auch schon anfängt ein Euter zu bilden. Es ist also bald wieder Fohlenzeit. Und bei der Gelegenheit habe ich nun auch endlich mal unsere Criapatenschaftsseite auf Vordermann gebracht. Wer also in diesem Jahr ganz exklusive Patin oder ganz exklusiver Pate eines unserer kleinen Flauschs werden und uns somit auf ganz besondere Art und Weise unterstützen möchte, die bzw. der kann sich noch eine werdende Mama auswählen.

Es sind tatsächlich Bienen geschlüpft und in die Freiheit geflogen. Die Tage müssen wir mal schauen, ob es auch wirklich alle geschafft haben. Für die, die es geschafft haben, hoffen wir, sie fühlen sich wohl bei uns. Genug zu futtern haben wir auf jeden Fall im Angebot.

Am gleichen Tag wie die Wildbienen, kam übrigens auch noch eine schicke Treppe zu uns. Es gibt ja so Projekte, die nimmt man sich ewig lang vor… diese Treppe gehörte dazu. Man sollte mal… man müsste mal… und man wäre das schön.

Jetzt ist es in der Tat schön und der Zugang zu den Minihengsten ist nun sehr viel angenehmer als es bisher immer war. Dank liebem Helfer geht’s nun Treppauf, statt Steilauf… Auch die fellige Bauaufsichtsbehörde hat ihren Wuff dazu gegeben.

Sonst war die Woche mal wieder etwas holperig. Die Rehe sind aktuell extremst bellig unterwegs. Dunja ist mit ihrer aktuellen Scheinträchtigkeit ins Hormonkarussell eingestiegen und hat sich von den Rehen extrem anstacheln lassen und sich mit ihnen ein wildes Bellkonzert gegeben. Nicht so schön! Unsere Gastcamper vom Wochenende hatten wir schon vorgewarnt und sie gebeten, sich zu melden, sollten die Hunde mit den Rehen bellen. Da hieß es nur: Die Rehe sind faszinierend laut gewesen, die Hunde hatten kurz angeschlagen, waren dann aber gleich wieder ruhig. In der Nacht zum Montag muss bei Dunja dann wohl die Stimmung gekippt sein und wir erhielten nachts eine Nachricht eines Nachbarn, dass die Hunde dauerbellen würden. Da konnten wir leider noch nicht reagieren, weil wir die Nachricht erst am Morgen lasen. Leider war dann scheinbar aber bei Facebook schon die Nachricht online, dass unsere Hunde jede Nacht ununterbrochen bellen würden.

Die Sache mit dem Bellen ist eine, bei der die Emotionen schnell hochkochen. Während die einen sagen, och, das gehört dazu, ist’s für andere extrem nervig. Und das können wir natürlich auch verstehen. Das Bellen an sich können wir nicht abstellen. Das ist schließlich die Aufgabe der Hunde. Dass sich aber ein Hund extrem ins Bellen reinsteigert, ist nicht Sinn der Sache und wir können – bloß gut – tatsächlich gegensteuern…
Vorausgesetzt natürlich: Wir wissen davon und bekommen die Gelgenheit bei den Hunden etwas zu ändern. Mitteilungen, dass die Hunde ja schon seit Tagen (oder gar Wochen) ständig bellen würden und unterschwellige Androhungen, dass anzuzeigen, sorgen dann auch bei uns für hochkochende Emotionen. Wissen wir oft, dass die Anschuldigungen mitunter übertrieben sind und wir uns fragen, warum wir es denn erst nach Tage oder gar Wochen erfahren und mitunter auch nur sehr ominös über drei Ecken.

Und so sagen wir jeder und jedem: Wenn die Hunde übertrieben bellen, dann gebt uns Bescheid! Wenn das nachts extrem nervt, dann unbedingt über die Festnetznummer, weil die Handys nachts aus sind! Hilfreich ist’s dann auch parat zu haben, ob es ein helles oder dunkles Bellen ist, ob’s eher aufgeregt oder ruhig ist, ob es verschiedene Bellarten sind. Im Zweifel macht gerne auch eine Tonaufnahme. Wenn wir’s nachts erfahren, dann können wir auch gleich zu den Alpakas und Hunden rausfahren und schauen, was der Grund ist.

Denn Fakt ist auch: Auch wenn sich einer der Hunde von seinen Hormonen geleitet, in so ein Bellen hineingesteigert hatte, es gab bisher immer einen Grund für den Auslöser. Seien es die Rehe, die bellen oder Wildschweine, die im Wald unterwegs sind oder gar die Party im Freien, die bis in die frühen Morgenstunden geht…

Neben bellenden Hunden haben wir sonst aktuell „nur“ singende Alpakas. Vor allem Grace summt vor sich hin, dass es eine wahre Freude ist. Wer mag, kann übrigens hier bei YouTube gerne mal lauschen. Irgendwie lässt sie sich ja zu jeder Geburt etwas neues einfallen. Dieses Jahr ist also Singen dran. Wir sind schon ganz schön gespannt, was sie da zaubert. Wer übrigens ganz exklusiv die Criapatenschaft für Grace‘ Kleines übernehmen möchte, kann das gerne noch machen…

Und jetzt atmen wir alle ganz tief durch: Die Termine für Alpaka trifft Yoga sind geplant und auf unserer Yoga-Seite zu finden. Juhuuuu! Am besten gleich einen Platz sichern und die Daumen für schönes Wetter ganz feste drücken.

Eieieiei… im wahrsten Sinne des Wortes… Ostern steht vor der Tür. Wir haben da in der Tat noch ein schönes Osterprogramm zusammengestellt. Wer spontan noch mag, meldet sich gerne noch zu unserer Hofzeit am Karfreitag an oder versucht noch ein Alpaka für unseren Osterspaziergang am Ostermontag zu ergattern. Wobei letzteres vermutlich eng wird. Am Karsamstag besteht auf jeden Fall die Möglichkeit den Flauschs während unserer Öffnungszeiten einen Besuch abzustatten.

Davon wollte ich jetzt aber eigentlich gar nicht schreiben, fiel mir gerade nur beim „Eieieiei…“ ein.

Eigentlich wollte ich erzählen, dass Grace uns am Montag mal ganz unauffällig daran erinnerte, dass unsere Fohlenzeit ja bald los geht. Ihr Bauch fängt nämlich an Rabbatz zu machen. Als wir dann mal auf den Kalender schauten, war klar… jupp Mitte Mai könnte es bei ihr losgehen, weswegen sie jetzt für sie auch typisch auch schon mal loslegt, das zu zeigen. Es sieht also sehr gut aus bei ihr… und die ein oder andere Dame gibt uns schon auch durch ihre Zickigkeit zu verstehen, dass das was am Wachsen ist.
Es ist also so langsam für all jene an der Zeit, die mit dem Gedanken spielen, sich in diesem Jahr einer unserer exklusiven Criapatenschaft hinzugeben, sich für ein unserer Kandidatinnen zu entscheiden. Wie gesagt, den Anfang wird sehr wahrscheinlich unsere Grace machen.

Leider bereitet uns unsere kleine Early M schon wieder Sorgen. Sie will einfach nicht so richtig in die Pötte kommen und zunehmen. Deswegen hatten wir vor einer Woche auch schon eine Kotprobe ins Labor geschickt und auch ein paar doofe Würmer bei ihr gefunden. Doch, statt dass das Gewicht nach einer Behandlung dagegen wieder aufwärts geht, trudelt es weiter nach unten. Das ist gar nicht gut. Jetzt lassen wir ihren Kot sicherheitshalber noch mal auf Bakterien untersuchen und ihr Blut checken und hoffen, dass wir da der Ursache auf den Grund gehen können. Gnarf.

Ein Patient der anderen Art ist dann unser Crafter… liebevoll von mir Crafti getauft. Der meint nun, dass so ein Besuch in der Werkstatt auch was feines ist. Das können wir zwar nicht so recht nachvollziehen, aber okay. Auch den brauchen wir fit und gesund, damit der ganze Rest auch reibungslos bei uns läuft. Und so ist immer etwas los.

Derweil lebt sich Badina, unsere Gasthündin, ganz wunderflauschig bei uns ein. Anfangs fand sie die Alpakas ja schon noch doof, aber mittlerweile sind die gar nicht mehr gruselig und die kleine Dame bewegt sich schon fast souverän durch die Gruppe unserer Hengste. Edi hat sie vom ersten Moment an in sein Herz geschlossen. Das ist sooooo süß! Bisher hatte er nix an den Herdenschützern, aber bei ihr ist er ständig am Schnuppern und Schauen und ganz aufgeregt, wenn sie mal das Gehege verlässt. Für seine Neugierde hat er denn dann am Anfang auch immer mal wieder eins von ihr auf den Deckel bekommen. Das neugierige Stieren der Alpakas fand sie gar nicht angenehm. Dank Ekko sind unsere Herren aber ja schon etwas abgehärtet, was den Umgang mit den Hunden angeht. Bei Instagram hat Martin mal einen kleinen Rückblick auf die erste Woche verfasst. Schauen wir mal, ob wir hier noch einen ausführlicheren Bericht in den kommenden Tagen hinbekommen. Ich verspreche mal nichts und glaube auch nicht so recht daran. Dazu ist im Moment viel zu viel los.

Und da warteten und warteten wir auf Grace‘ Fohlen und dann ist es endlich gelandet.

Am Dienstag vergangene Woche war’s endlich soweit. Boaaar. Ich radelte jeden Mittag schon mehr aus „Jetzt habe ich das die vergangenen Wochen so gemacht, dann mache ich das auch heute so. Es ist eh nix, aber was wenn doch.“ zu den Flauschies… und so auch am Dienstag. Dass da was sein würde, damit hätte ich nie gerechnet, weil Gracie an dem Tag mehr als normal durch die Gegend gestapft ist. Da hatte sie in den vergangenen Wochen quasi schon „schwangerere“ Tage gehabt. 🙈 Tja… und dann sah ich schon von weitem: Da springt ein buntes Flauschies mehr durch die Gegend. Denn ich kam auf dem Weg zu Grace erst an Diluna, dann an Dilkayu vorbei… dann ging das Hirn so richtig los mit „Nö, alle anderen bisherigen Flauschies sind nicht weiß im Gesicht“ (okay, außer Dexter, aber der ist ja nun überall weiß 😂). Und dann kam ich näher und näher und dann war es da: Ein graues Alpaki. Hallelujah. Seit Maluni (unser allererstes Fohlen 2018) hoffen wir auf ein zweites graues Alpaki. Nun haben wir’s. Einen kleinen grauen Hengst – von Herkules. Und weil wir insgeheim ja so sehr auf ein kleines graues Alpaki gewartet haben, ging bei mir natürlich erstmal die große Panik los… Hoffentlich ist alles in Ordnung! Hoffentlich geht’s ihm gut! Da hat er mir erstmal den schon vorhandenen Darminhalt über den Arm geleert als ich ihn aus dem Sand auf die Wiese setzten wollte. Das war natürlich nicht sehr förderlich, um die Panik wieder runter zu fahren. 🤦‍♀️

Und weil der kleine Fratz mir erst einmal den Darminhalt über den Arm leerte, trug ich ihn auch erstmal in unser Fohlenseparee. Dort konnte er in aller Ruhe noch zuende trocknen, weil Sonne. Und Grace konnte in aller Ruhe futtern, weil dort noch grünes Gras da war.

Unsere nächste große Befürchtung war ja noch, dass er das mit dem Saufen nicht so hinbekommt, weil Grace in den vergangenen Wochen ein Mördereuter entwickelt hatte und so ein kleines Alpakamäulchen da schon auch mal Probleme haben kann. War aber alles gut. Er bekam die Zitzen super zu fassen. Nur hatte er die ersten zwei Tage einfach mal noch keine Lust zu saufen – was natürlich auch nicht dazu beitrug um mich wieder zu beruhigen. 🤦‍♀️

Und während das Kind also erstmal keine Lust hatte, Grace aber ordentlich Milch produzierte, hatten wir nun noch die Sorge, dass sie sich noch eine Euterentzündung einfängt. Das hat sie bloß gut nicht. Schnell war aber leider klar, eine ihrer Zitzen funktioniert nicht. Es wollte einfach keine Milch kommen und es wird auch keine Milch kommen. 😖 Wir sind allerdings guter Dinge, dass Gracie und der kleine Kerl das gut über die übrigen drei Zitzen ausgeglichen bekommen. Seit er entdeckt hat, dass Milch eigentlich doch lecker ist, nimmt er auf jeden Fall mal fleißig zu. 💪

Und da sind sie: Die stolze Mama Grace mit ihrem jüngsten Nachwuchs WBTA Duncton. 🥰😍

Mit Duncton haben wir übrigens den fantastischen William Horwood bereits das zweite Mal in unserer Herde verewigt. 😇 Vor zwei Jahren bereits mit Bracken… Bis zu Rebekka haben wir ja nun noch etwas Zeit. Ich muss bei Gelegenheit ganz dringend mal wieder in „Der Stein von Duncton“ reinlesen – vielleicht findet sich darin ja auch ein Name fürs kommende Jahr. 🥰

Duncton hat damit unsere Fohlen bzw. Criasaison 2022 zum Abschluss gebracht. Wir sind unendlich froh, dass aktuell alle Mini-Flauschies trotz karger Wiesen froh und munter durch die Gegend hopsen und hoffen natürlich, dass das so bleibt.


Das war ein leicht erweiterter Auszug aus unserem Alpaki-Espresso #169 vom 17. August 2022. Du hast Lust auf mehr Alltag mit unseren Alpakas? Dann abonniere gerne unseren Alpaki-Espresso. In der Regel immer wieder sonntags gibt’s unseren Wochenrückblick direkt ins Mailfach.

Schon seit Wochen macht uns unsere Grace ganz kirre. Mit dicken Babybauch, ganz viel Party darin und schwerfälligem Gang sind wir jeden Tag aufs neue überzeugt, heute ist’s aber endlich soweit… und dann geht’s noch einen Tag weiter so.

In diesem Jahr passt auch Clarissa ganz besonders auf unsere Grace mit auf. Wenn Grace länger braucht um sich vom Stall auf den Weg auf die Wiese zu machen, dann wartet Clarissa mit einer Engelsgeduld bis sie sich endlich auf den Weg macht. Und wenn Grace sich zum Essen hinsetzt, dann setzt sich Clarissa auch da dazu. Es ist unendlich herzig mit anzusehen. 🥰

Hier ist Grace mit Enkel Dexter zu sehen… das war Anfang Juli… schon da gab’s einen dicken Bauch und am Hintern die ersten Auswölbungen, die uns glauben machten, dass es bald soweit sein würde…


Das war ein kleiner erweiterter Auszug aus unserem Alpaki-Espresso #168 vom 7. August 2022. Du hast Lust auf mehr Alltag mit unseren Alpakas? Dann abonniere gerne unseren Alpaki-Espresso. In der Regel immer wieder sonntags gibt’s unseren Wochenrückblick direkt ins Mailfach.

An einem warmen Sommermorgen im Juli war’s soweit – nämlich schon am 26. Juli! Ich durfte die erste Alpakageburt live miterleben – während Martin unterwegs in der alten Heimat war. Wuaaaah! Ich weiß ja nicht so recht, aber ich glaube, ihm war das nicht so recht. Weiß er doch, dass seine Frau immer recht hibbelig unterwegs ist, wenn’s um neue Dinge in ihrem Leben geht. Aber so wie ich nun durch die erste Live-Geburt durch musste, musste er da halt aus der Ferne mit durch. Dabei ging das mit dem Hibbeligsein eigentlich.

Los ging alles, dass ich Martin während meiner Morgenroutine whatsappte, wir müssten uns am Abend nach seiner Rückkehr unbedingt mal Grace‘ Hintern anschauen, ihr Schwanz ist so komisch nass. Spanisch kam mir das ja schon vor… weil da passte auf den Kotstellen nix dazu (Erwähnte ich eigentlich irgendwann schon mal, dass man eine äußerst große Affinität zur Kotbeobachtung entwickelt, wenn man Alpakas hält?). Und dann verschwand die Gute auch noch ganz allein aus dem Paddock. Merkwürdig. Da ich zu diesem Zeitpunkt dann mit allem fertig war und eigentlich der Gang ins Homeoffice angestanden hätte, dachte ich mir… mensch hol mal noch’ne Runde Wasser und warte mal ab, dass Grace wieder zurück in den Paddock kommt. Tja… und während ich so Wasser vom Bach holte und Grace aus der Ferne beobachtete, sah ich es… sie lief aus… es könnte nun also tatsächlich (übrigens drei Wochen zu früh) losgehen. Zur Sicherheit rief ich mal noch bei Ilona an, ob das wirklich das Fruchtwasser sein könnte (schließlich stand davon nix in meiner Geburtshilfenbibel *hüstel*). Ich erhielt striktes Arbeitsverbot für den Vormittag. Ich solle mich bereit halten, in spätestens einer Stunde sollte ein Cria da sein… Um mich von der Panik abzuhalten, stapfte ich erstmal in die Halle und holte unser Geburtsköfferchen, das alles enthielt, was man für eine Alpakageburt benötigte, hervor. Man, bin ich froh, dass wir den haben und noch froher, dass ich schon Wochen vor Amparos Geburt alles geprüft hatte und wusste, da ist alles drin, was drin sein muss! Ich kramte die Geburtskurzanleitung hervor und durfte noch mal zur Beruhigung nachlesen: Da plumpst nun nichts in den nächsten Sekunden. Das braucht alles seine Zeit. Also schnappte ich mir ersteinmal den Nagelklipser aus dem Geburtsköfferchen und schnibbelte mir ganz meditativ meine Fingernägel, falls ich irgendwann doch mithelfen müsste und ich dann nicht mit meinen Fingernägeln Grace verletzen würde. Dieser Nagelklipser ist Gold wert! Das Nagelklipsen verhalf mir definitiv wieder ruhig zu werden und die nächsten Schritte zu überlegen. Selbstredend telefonierte ich noch mit Martin, der mich erst mal noch nach Hause schickte, um sauberes Wasser für den Fall der Fälle zu holen. Er weiß ja auch, wie man die Frau ruhig stellt… und während der Timer mir zeigte, wie die Zeit verinnt und mir signalisieren würde, wann ich mal über einen Tierarzt nachdenken sollte, machte ich mir gleich mal noch einen Beruhigungskaffee… und holte mir auch noch was zu essen, denn wer weiß, was der Tag noch so bringen würde. Wieder zurück im Gehege, hat Grace noch keine Anstalten gemacht, irgendetwas in die Welt zu setzen. Ich holte mir meine Geburtshilfenbibel und studierte noch mal alle einzelnen Schritte und wusste, es ist noch alles in Ordnung. Grace verhält sich ruhig, fast entspannt, kein Grund zur Panik. Die angekündigten Gänge zu den Kotstellen stellte sie an und die Uhr sagte, alles gut. Irgendwann meldete sich noch mal Ilona und wollte wissen, wie’s läuft und wir fachsimpelten darüber, wann und wie man Grace nicht mehr einfach machen lassen sollte. Tja und während wir so fachsimpelten, beschloss Grace, dass es nun an der Zeit sei. Es ging so richtig los. Wuaaaaaaah! Panik stieg nur ganz kurz auf – schließlich wäre ich vermutlich heillos überfordert gewesen, wenn ich doch hätte helfen müssen. Mantramäßig beruhigte ich mich aber mit „95% aller Alpakageburten funktionieren von ganz allein“ und Grace wusste das auch! Es war eine Nase zu sehen… was komisch aussah… Panik… Blick in die Geburtshilfenbibel… sieht genauso aus… keine Panik mehr… schon waren Kopf und Beine da. Wuaaaah… jetzt sagte die Geburtshilfenbibel, dass es nun noch etwa 30 Minuten dauern würde, bis das Cria da sei. Tja… den Punkt hatte Grace vermutlich nicht gelesen. Denn da drehte ich mich mal kurz um, um den Fotoapparat aufzuheben, den ich kurz zuvor mal abgelegt hatte… und schwups war ein kleines dunkles Knäul da. Jetzt hieß es schnell lauschen gehen, ob es auch richtig atmet… denn während der 30 Minuten sollte nämlich das Wasser aus der Lunge des Kleinen ablaufen. Es war alles gut! Das Kleine atmete normal und so ließ ich Mama und Kind in Ruhe, um zueinanderfinden.

Als die zwei sich beschnuffelt hatten und sich das Kleine auch schon aufgestellt hatte, arbeitete ich mal kurz meine nach-der-Geburt-ToDo-Liste ab… Trockenrubbeln, Nabel überprüfen, schauen, ob alles in Ordnung ist und natürlich auch kieken was es is (ein Mädchen, ein Mädchen). Dann ließ ich die beiden mal wieder machen. Die Kleine hatte es furchtbar eilig und fing ganz schnell zu saufen an und auch sonst tapste sie schon ganz anständig durch die Gegend. Nach ausführlichem von-der-Ferne-schauen, durchatmen und mit Martin telefonieren, schnappte ich mir die Kleine und brachte sie mal auf die Waage. Nachdem ich dann alles wieder gesäubert und verräumt hatte, was ich gebraucht hatte, hieß es auf die Nachgeburt warten. Als die dann schließlich da war, machte ich mich mal auf den Weg ins Homeoffice. Machen konnte ich vorerst ja nix mehr und am Nachmittag war dann ja auch schon wieder Zeit für unsere Öffnungszeiten. Zu denen versetzte mir unser kleiner Neuzugang aber auch ersteinmal einen gehörigen Schrecken: Die Kleine lag wie tot in der Wiese. Das machen ja Alpakis sehr gerne. Während mir bei unseren großen da mittlerweile nicht mehr das Herz stehen bleibt, wurde mir bei unserer Kleinen ersteinmal ganz anders. Wuaah! Gerade da und schon nicht mehr am Leben – schoss es mir durch den Kopf. Aber alles gut. Die Maus lag eben nur wie ein echtes Alpaki in der Wiese und schaute mich ganz erschrocken an als ich endlich bei ihr war. Von dem Moment an war sie dann wieder da – die Angst, dass etwas passieren könnte. Ein echt blödes Gefühl, dass sich auch erst nach etwa zwei Wochen bei mir langsam wieder legt.

Als Martin dann am Abend wieder zurück aus der alten Heimat kam, grübelten wir über einen passenden Namen nach… schnell war klar, dass Avinya als Name ganz wunderbar passen könnte… bedeutet er „Sommerland“ und in ein solches wurde sie ja mitten hinein geboren! Und da ist sie also… unser zweites Original-Webertal-Alpaki: WBTA Avinya.

Mama ist Chelamar Grace und Papa ist DER Greenstone Mars. Damit ist sie übrigens eine Halbschwester von Roy… und (Funfact!) die Halbtante von Amparo… schließlich ist Amparos Papa ein Sohn von Mars.

Sooooo und jetzt gibt’s auch endlich ein paar Fotos:

Die letzten zwei Monate war – neben unserem großen Umzug – auch die Zeit der Alpakashows. Auf einer davon haben wir ja im Februar auch noch unsere Theorie im Alpakatransportkönnen absolviert. Zu den anderen haben wir es nicht zwingend aus zeitlichen Gründen nicht geschafft… Nein, wir… vielmehr ich (weil Martin u.a. krankheitsbedingt nicht so fit war bzw. am zweiten Wochenende als versierter Anhängerfahrer noch Roy und Edi aus der Tierklinik geholt hat) habe mich u.a. zum Alpakasitten zur Verfügung gestellt. Nämlich bei Robert im Schwarzwald. Damit er mit seinen Alpakis Preise einheimsen konnte, habe ich vor Ort geschaut, dass es den Daheimgebliebenen gut geht. Übrigens ein Primatraining für den Aufbau unseres Traumes von einer großen Alpakaherde… die Wochenenden haben definitiv gezeigt, dass das eine schöne Sache ist, viele Alpakis zu versorgen und gemeinsam mit ihnen in den Tag zu starten bzw. den Tag mit Ihnen abzuschließen. Außerdem hatte die Zeit bei Robert auf dem Hof auch den unglaublich charmanten Nebeneffekt, dass wir an diesen zwei Wochenenden unsere zwei Mädels Grace und Clarissa noch sehr viel mehr ins Herz schließen konnten. Hachz, das sind schon zwei Zuckerschnuten. Klar, dass ich die Zeit auch ein bissel genutzt habe, um fleißig Fotos zu knipsen:

Oh man, wir freuen uns schon mächtig, wenn Grace, Clarissa und Lyrata – letztere wohnt gerade noch bei den Taubertal-Alpakas – nun bald zu uns kommen und ihr neues Terrain erobern werden.

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