Alpakabesitzerlehre VI

Puh… das wird irgendwie kein ganz so einfacher Beitrag… Soviel schon mal vorweg.

Nach der heißen Woche und diversen Terminkoordinationen fuhren wir diesmal mit zwei Autos in lauschige Schwarzwaldtal in Lauterbach. Und während ich mich unterwegs auf unsere Zeit mit den Alpakas freute, kam ich auch ins Grübeln, dass jeder andere vielleicht Rover – unseren kleinen Spuck- und Schreihals – längst abgeschrieben hätte. Das hätte ich vielleicht nicht denken sollen. Denn nachdem wir die allwöchentliche Prozedur des Holens von der Weide, des Trennen und Anhalfterns während der sich Rover schon wieder in Spuckposition brachte, kam Robert auf genau das Thema zu sprechen. Der Termin der Übergabe rückt immer näher und ihm ist nicht wohl mit Rover und uns. Dass ich selbst auch immer noch recht unsicher unterwegs bin und oft nicht so recht mit den Attacken des drolligen Kerlchens, der uns so sehr ans Herz gewachsen ist, umzugehen weiß, macht’s wohl nicht einfacher. Er würde uns auf jeden Fall empfehlen für den Anfang auf Rover zu verzichten. An diesem Tag stellt er uns noch Calypso und Roy hin… einen von beiden würde er uns als Ersatz empfehlen, da beide sehr ruhig, ausgeglichen und vor allem schon erfahrene Läufer sind. Puh.

Mit diesen Infos machten wir uns ersteinmal auf den Weg… und ich geriet prompt unter Beschuss von Rover. Nicht so gut. Die Worte hingen den ganzen Tag über nach. Dass wir in den vergangenen Wochen Gedanken schon noch mit einem vierten Alpaka liebäugelten und es nun noch ein ganz anderes werden sollte, stimmte uns traurig… und vor allem, wir haben den kleinen Kerl mit den puscheligsten Ohren der Welt so sehr lieb gewonnen. Eine Entscheidung wollten wir an diesem Tag noch nicht treffen. Zumal ja noch die Stuten geimpft werden sollten und ich kurz nach Mittag noch weiterdüsen musste.

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Martin beim Festhalten der Stuten für die Spritze… daneben Robert beim Spritzen… ich hinter der Kamera zwischen dem Aufziehen der Spritzen.

Uns sollten grübelreiche Stunden und Tage bevorstehen…

Dieser Kleinkruscht…

…der auch noch ganz schön groß sein kann. – Das Ende naht und zieht sich.

In der vergangenen Woche ging’s in kleinen Schritten weiter. Ganz viele Sachen, die wir erledigen konnten, fielen überhaupt gar nicht auf. Da wurden noch mal die kleinen Obstbäume für ihr Einzäunen vorbereitet und die Löcher der Zaunpfosten wurden einbetoniert. Jetzt – so zumindest der Plan – hält der Zaun auch mal ein dagegenlaufendes Alpaka aus (wir hoffen allerdings, dass die viel lieber gegen die Bäume laufen – um sich zu schuppern, nicht weil Alpakas gerne gegen Dinge laufen!). Dann haben wir noch den Paddock in Angriff genommen. Martin in der ausführenden Rolle, ich in der Assistentenrolle. Leider ging uns dann auf der Strecke das Holz aus… Ärgerliche Sache das! Und den Zaun haben wir nun endlich eine Runde rum gebaut. Puh. Jetzt kann kein’s mehr weg. Damit das auch wirklich so ist, hat das große Metalltor auch noch einen Riegel bekommen. Ein paar wenige Punkte der To-Do-Liste konnten wir durchstreichen… andere warten noch.

Es bleibt spannend für die kommende Woche, aber es wird! 🙂

Der Countdown läuft…

Nachdem wir das große Ziel Ende-August-ziehen-die-Alpakas-ein vor zwei Wochen endgültig begraben hatten… Es kam unter der Woche immer viel zu viel dazwischen, um irgendwie alles fertig zu bekommen… und wir waren zwischendurch echt am Ende ob der Doppelbelastung, gilt nun das neue Ziel Anfang September… Wunschtermin: Der 5. September. Nich, weil ich da Geburtstag habe, einfach weil’s der nächste war, der klappen könnte. Aber cool ist’s irgendwie schon, dass das genau mein Geburtstag ist. 😀

Also… bis dahin müssen wa noch’n bissel was erledigen und die To-Do-Liste steht:

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(Löcher sind mittlerweile wieder aufgebuddelt und die Pfosten einbetoniert… Yeah!)

Alpakabesitzerlehre V

Seit fünf Wochen fahren wir nun zu Robert und werden mit unseren und anderen Alpakas und Robert immer vertrauter. Es wird ein bissel komisch, wenn am Sonntag der Wecker klingelt und wir einfach nur noch runter in den Garten huschen, um unsere drei aus dem Stall in den Garten zu lassen… Da müssen wir uns noch was überlegen, um das besondere Schwarzwald-Alpaka-Feeling in Lauterbach nicht missen zu müssen. Aber noch ist’s ja nicht so weit… noch fahren wir sonntags zu unserem Lehrgang und lernen ganz schön viel.

Nicht nur für die Alpakas, auch für uns tritt langsam die Routine ein. Alpakis von der Weide holen (an diesem Tag die ganze Herrenbande auf einmal, weil alle auf einer Weide stehen), Alpakis futtern lassen, Anfänger raussammeln und anhalftern. Wir werden fitter und spielen uns ein. Es ist noch verbesserungswürdig, aber wir packen die Alpakis gemeinsam und geraten weniger in Stress – ich und die Alpakis. Martin hat eh die Ruhe weg und keine Berührungsängste. Beneidenswert.

Nach dem wir die Anfänger von den Fortgeschrittenen bzw. alten Hasen getrennt haben, geht’s los. Die erste Runde: Rover unser kleiner Spuck- und Schreihals, läuft nach anfänglichem Rummeckern eigentlich schon wie’n großer. Er muss jetzt nur noch lernen, dass man sich unterwegs nicht erschrecken braucht und schon gleich gar nicht rumzuspucken. Bekommt der auch noch hin. Casanova begleitet ihn. Er macht, was er immer macht, er ist ganz unauffällig und diesmal sogar fast entspannt. Die zwei dürfen oder müssen eine neue Runde laufen und machen das ganz schön prima. Casi bringt sich noch ein Kleeblatt vom Spaziergang mit, dass er dann im Paddock fröhlich kaut. (Foto gibt’s davon natürlich keins). Die zweite Runde treten Edmundo und Endor an. Endor ist nach wie vor ein grandioser Laufmuffel. Nachdem er schon kaum aus dem Paddock wollt, beschließen wir mit beiden die alte Runde zu laufen und dann geht’s entspannt, aber langsam los. Edmundo läuft schön, hat noch so seine Momente, wo’s hakt, aber im Großen und Ganzen läuft’s. Endor sträubt sich und freut sich, als es endlich wieder zum Stall geht. Auf dem Rückweg überlegen Martin und ich, wer heute die zweite Runde geht. Rover müsste, weil er noch so rumschissert. Casi müsste, weil er sich manchmal noch’n bissel ziert, aber sonst ganz ruhig bei der Sache ist. Da Rover beim Laufen einfach gut läuft, darf Casanova noch mal mit und hat in der dritten Runde den anderen Laufmuffel Mogambo bei sich. Der ziert sich noch sehr viel mehr und lässt Casi wie ein Laufass wirken. Da Casis Kleeblatt nun weg ist, ist’s Zeit sich noch ein neues zu besorgen… und tatsächlich, auf dem Rückweg hat er schon wieder eins im Maul rumhängen. 😀 Diesmal hat er sich ganz genüßlich an der Wiese getan… was in den letzten Wochen sonst noch nicht so getan hat. War also gut, ihn noch mal laufen zu lassen.

Nachdem nun alle wenigstens einmal unterwegs waren, hieß es nun die nächste Lektion in Alpakapflege zu erhalten. Es stand die jährlichen Vorsorgen-/Versorgeimpfung auf dem Plan. Neben einer Spritze fürs Immunsystem, gab’s noch einen Vitaminmix, der Mangelerscheinungen vorbeugen sollte. Für mich galt es die Spritzen zu befüllen, Martin hielt die Alpakas im Zaum und Robert piekste, was das Zeug hielt. Fürs Bestandsbuch wurde alles genau dokumentiert, wer wieviel wovon erhalten hatte. In vier Wochen muss dann die Imfpung wiederholt werden… Ma kieken, was das dann wird… da sollen ja Rover, Edmundo und Casanova endlich bei uns wohnen.

Für Martin war es eine besondere Erfahrung… Er war ganz begeistert, wie sich all die vielen verschiedenen Felle der verschiedenen Alpakas anfühlten und wie er mit jedem Alpaka im Halten sicherer wurde und spürte, wie diese auf ihn reagierten. Für mich war’s aufregend, die Spritzen zu befüllen. Der Bammel etwas falsch zu machen, war groß und nebenbei musste ich ja noch aufpassen, dass Mars im Krankenzimmer, in dem ich mich mit aufhielt, nicht all zu sehr von den anderen gestresst wurde. Faszinierend war es mit zu erleben, wie sehr die Tiere auf die eigene Gegenwart reagieren und dass man sie durch bloßes sich in den Weg stellen in die Richtung lenken kann, in die man sie haben möchte… Ich bin auf nächste Woche gespannt, wenn wir wieder ans Halftern gehen… ob ich dann ein wenig ruhiger bin und somit auch die Alpakas?

Alles fast fertig… aber eben nur fast…

Die Baustelle wird kleiner…

Montag legt Martin das Trapezblech fertig aufs Dach. Jetzt sieht das ganze schon fast nach Stall aus.

Dienstag machen wir eine neue Kleinbaustelle auf: Den Zaun zur Terrasse hin. Dort hatten wir vor langer Zeit einen Holzzaun geplant. Und so nutzen wir den Nachmittag, um den auch endlich mal aufzustellen. Martin hirnt ja in den letzten Tagen fast ununterbrochen, was wie wo am besten umgesetzt werden kann und so kommt dann auch endlich die für uns perfekte Lösung zutage. Rustikal und einfach soll’s werden. Also machen wir’s so 🙂

Mittwoch nutzt Martin den kurzen Feierabend, um endlich das Trapezblech fertig fest zu schrauben. Juhu.

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Dann können wir nämlich am Donnerstag weiter am Stall rumwuseln… Die Windfangnetze werden festgenagelt und die Dachabschlüsse in Angriff genommen… und ich darf Folienknibbeln. Das weckt Erinnerungen an den Studentenjob bei dem ich immer fleißig Folien von Laptopmonitoren knibbeln durfte… witzig, weil wir am nächsten Tag einen alten Kolleschen aus Studentenjobtagen wiedertreffen. Aber das nur so am Rande. 🙂

Am Freitag bekommen wir Besuch von der Baumfräse… Damals war’s als der Baum fiel… Jetzt kommt auch endlich noch die Wurzel weg, damit endlich der Rest des Zauns gespannt werden kann. Auf wat man alles so zu warten hat… Die Fräse war nämlich im Urlaub (naja eher der, der die Fräse bedienen konnte).

Und während die Fräse fräst, baut der Martin das Holztor fertig und beginnt das große Eingangstor zu bauen…

Nachdem nun also der olle Baumstumpf weg ist, kann endlich der Zaun fertig gespannt werden und wenn der Zaun fertig gespannt ist, kann endlich der Holzzaun an der Terrasse fertig gebaut werden. Ham wa beides am Samstag erledigt. Zaun fertig spannen hat Martin mal wieder allein veranstaltet, weil bei mir die Arbeitspflicht rief, beim Holzzaun konnte ich zumindest hilfreich zur Hand gehen.

Und so verging schon wieder eine Woche wie im Flug… Der nächste Alpakabesuchstermin steht an und der Einzugstermin rückt unaufhörlich häher… Uiuiuiuiui! 🙂