Schlagwortarchiv: Adoptivalpaka

Weiter geht’s mit dem von Zufällen gespickten Streifzug durch die letzten 10 Jahre.

Der Zufallsgenerator warf mir für jedes Jahr einen Monat & Tag raus und ich hab mal geschaut, was das Fotoarchiv da so hergab. Wenn wir in dem entsprechenden Jahr an dem Tag nix alpakiges geknipst haben (kommt tatsächlich mal vor), dann habe ich mir die Freiheit genommen, um den vorgeschlagenen Tag drumherum zu schauen.

Hier das Foto für 2020:

Im März 2020 kam Lucky zu uns. Total vermilbt aus falscher Haltung. Stuten und Hengste gemixt zu halten ist einfach keine gute Idee. Das führt spätestens beim Nachwuchs dann zu Problemen. Nämlich dann, wenn der Papa den Nachwuchs nach ca. 10 bis 12 Monaten versucht aus der Herde zu mobben. In den Anden funktioniert das. Hier in unseren Gefilden hinter Zäunen eben nicht. So stand der kleine Knirps dann mehrere Monate mit seiner Mutter in einem viel zu kleinen Stall ohne Sonnenlicht.

Nach vielem Hin und Her kam er schließlich zu uns und zog erst einmal noch in eine Teeniegruppe mit Maluni & Chari ein. Am 18. April stapfte er schließlich tapfer in der Hengstgruppe mit. Auf dem Foto ging’s für ihn das erste Mal mit den Hengsten raus auf die Wiese.

Zunächst eckte er ganz schön an mit all den anderen Großen. Chefhengst Roy nahm ihn aber ziemlich schnell unter seine Fittiche und sorgte dafür, dass er sich gut einlebte. Heute ist er nicht mehr aus unserer Herde wegzudenken und er ist beliebter Bestandteil unserer Wanderbande und auch unserer Patenbande. Er kann wohl mit Abstand die meisten Patinnen und Paten für sich verbuchen. Er hat halt einfach die lustigste Friese von allen.

Leider hat er nach wie vor mit den Überbleibseln seines frühen Milbenbefalls zu kämpfen. Seine Haut war arg in Mitleidenschaft gezogen und an der ein oder anderen Stelle will einfach kein Vlies wachsen. Ein herzliches Flausch entstellt so etwas aber auch nicht.

Hier kommt Rika, unser Patenalpaka der Woche! 😍 Sie ist damals als Überraschungsadoptivalpaki bei uns mit eingezogen als wir 2018 ins Saarland kamen. Rika ist durch einen Gendefekt bedingt taub. Sie kommt soweit prima zurecht. Manchmal geht’s ihr aber zu schnell und hektisch zu. Dann liegt es an uns Menschen, sie ein bisschen zu unterstützen und ihr eine Wohlfühlzone einzurichten. Rika hat eine sehr wichtige Aufgabe bei uns! Sie begrüßt jedes Mini-Alpaki als eine der ersten, wenn nicht sogar als allererste! 😍


Du möchtest Patin oder Pate von Rika werden? Melde dich gern bei uns! Mehr Infos findest du auch auf unserer Patenschaftsseite!

Bereits Mitte März zog unser zweites Adoptivalpaki* Klein-Lucky bei uns ein. Ihn holten wir nach mehreren aufklärenden Gesprächen aus falscher Haltung** zu uns, damit er ein entspanntes Alpakileben leben kann. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase in unserer Teeniegruppe, zog er Mitte April in unsere Hengst-Wallach-Gruppe um und hält seitdem die „alten“ Herren auf Trab. Er lernt ein richtiges Alpaka zu sein und wird auf sanfte aber bestimmte Art in seine Schranken gewiesen bzw. kann seine Grenzen austesten. Seinen Namen hat er nach einer Blitzumfrage unter unseren Alpaki-Espresso-Leser*innen erhalten. Die wissen nämlich schon ein klein wenig länger, dass der kleine Kerl bei uns weilt.

Unsere dringende Bitte: Bevor ihr euch Alpakas zulegt, informiert euch ausführlich über die Haltung von Alpakas. Es sind eben keine Kuscheltiere und eben doch Exoten und haben den ein oder anderen Anspruch, der erfüllt werden sollte. Informieren könnt ihr euch bei Züchtern, die es bestimmt bei euch um die Ecke gibt. Vor allen: Geht zu verschiedenen Züchtern. Hört euch verschiedene Meinungen an. Bildet euch erst dann ein Urteil. Lasst euch nicht unter Druck setzen, euch schnell zu entscheiden. Eine erste Anlaufstelle sich über Züchter zu informieren, ist z.B. dder AAeV (Alpaka Assosiation e.V.). Dort gibt es eine Mitgliederkarte, in der man stöbern kann. Außerdem gibt’s dort auch eine recht gute Übersicht, an was man so denken sollte, bevor man sich (wenigstens zwei) Alpakis zulegt. Ganz intuitiv haben wir’s vor knapp vier Jahren genau so gemacht…
Es gibt noch andere Verbände, bei denen man sich informieren kann. Den NWK-Verein (Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V.) können wir euch zum Beispiel sehr ans Herz legen. Dort gibt es sehr viel Wissenswertes über die Flauschies zu erfahren und das Seminarangebot nehmen wir selbst immer wieder gern in Anspruch. Beim NWK fühlt man sich auch gut aufgehoben, wenn man keine Züchterambitionen hat.

Lucky wurde in eine gemischte Herde geboren. Als er ein knappes Jahr alt war, wurde er vom Hengst in der Herde als Konkurrent angesehen und kam ordentlich unter die Räder. Wenn man sich mit dem Sozialverhalten von Alpakas auseinandersetzt, sollte das eigentlich gar keine Überraschung sein. Es macht uns unfassbar wütend, wenn vermeintliche Züchter, Anfänger eine gemischte Herde aus zwei Stuten und einem Hengst bestehend verkaufen bzw. wenn Züchter nicht abklopfen, in welche Herdkonstellation ihre Tiere kommen sollen.


*Unser erstes Adoptivalpaki war Rika – eine kleine Osterüberraschung – eine gewisse Ähnlichkeit ist vorhanden…

**Wir möchten hier ganz ausführlich darauf hinweisen, dass wir den Haltern – oder sollten wir eher sagen, den Kümmerern und Versorgern, absolut keine Vorwürfe machen. Sie haben nämlich die Flauschies nach besten Wissen und Gewissen versorgt, weil der Besitzer der Alpakas es (und da gehen wir mal vom positivsten aller Fälle aus) „versäumt“ hat zu kommunizieren, wie man mit Alpakas umzugehen hat. Sollte er es nicht wissen, dann wissen wir leider auch nicht weiter. Keiner unserer Besucher*innen – und zwar die, die zum Spaziergang mit einem Alpaki kommen – geht ohne ein gewisses Maß an Grundwissen von unserem Hof und wer bei uns Alpakas kaufen möchte, dem steht unser sämtlicher Erfahrungsschatz und Wissen zur Verfügung! Anders kennen wir’s nämlich von den Züchtern unseres Vertrauens auch nicht.

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