Logbuch 4.23
Und dann ging sie endlich los: Die Schersaison 2026.
So richtig enthusiastisch nicht, denn wir blickten immernoch mit Sorge auf die Hand, die eben noch nicht so richtig ganz ist. So fingen wir am Samstag ganz langsam an und ganz vorsichtig und vor allem ohne großes Getöse. Hätte ja sein können, dass wir nach einem Alpaka hätten sagen müsse, neeee, das wird noch nix.
Es wurde. Eben ganz langsam und nach vier Stunden hat die Hand dann auch gesagt, danke, ist gut jetzt. Nun wird sie geschont und sie fordert das auch ein. Es geht also wirklich sehr behutsam in diesem Jahr von statten und lieber mit ein paar Tagen mehr geplant, so dass wir denn auch hoffentlich sicher durch alle Flauschs auf unserem Hof und vor allem nach hinten auch noch auf den anderen Höfen, die wir so besuchen, kommen. Wer den ein oder anderen Daumen übrig hat, darf den gerne drücken, dass das alles klappt!

Emerick darf sich auf jeden Fall schon mal über seine Sommerfrisur freuen… wobei der sich gerade wohl eher denkt, warum? Jetzt wird’s doch noch mal kalt. Das Wollmonster hat mit dem Temperatursturz dann doch etwas zu kämpfen. Und weil’s heute Nacht tatsächlich noch mal richtig kalt werden soll, hat er vorsorglich mal noch einen Mantel angezogen bekommen. Von dickem Wintermantel auf fesche Badehosenfrisur ist dann eben doch ein ganz schön krasser Schritt. ’ne Übergangsjacke wäre ihm wahrscheinlich lieber gewesen.
Logbuch 4.16
Und dann war’s hier schon wieder ruhig. Dieses Jahr will aber auch wirklich noch mal so richtig zeigen, wie viel Drama in ein Jahr reinpassen kann. Ächz.
Wer uns in die Signal-Gruppe gefolgt ist, weiß es… Martin und der Stallpfosten haben ausknobeln wollen, wer der Stärkere ist. Martin hätte auch einfach mich vorher fragen können… aber nein, er wollte es selber wissen. Das Match hatte ganz klar der Stallpfosten gewonnen und Martins Hand hatte verloren. Das war das eine Mal, auf das wir hätten verzichten können. Gnarf. Ich stand gerade beim Frühlingserwachen bei Dörrenbächers als mich Martins Anruf ereilte, dass er sich an diesem Tag echt wüst die Hand eingeschlagen hatte. Ein paar Stunden später hat er sich dann doch auf den Weg ins Krankenhaus gemacht und das Röntgenbild zeigte: Hand kaputt.

Sechs Wochen mindestens außer Gefecht gesetzt… mit einem blöden Bruch über dem Gelenk des kleinen Fingers. Rechts natürlich. So war dann der Stand der Dinge am Freitagabend. Wobei wir da noch nicht wussten, wie sehr die Ärzte mit dem Bruch hadern würden und wie oft sie nachschauen werden würden, ob sie nun operieren müssen oder nicht.
Dank sehr lieber Hilfsunterstützung am Samstag im Stall und am Abend beim Abbauen bei Dörrenbächers haben wir das Wochenende dann irgendwie über die Runden gebracht und dann ging’s los in die erste Woche mit defekter Hand – und kaputter Seele. Mich hat der Unfall vermutlich sogar sehr viel mehr aus der Bahn geworfen als Martin. All die Erinnerungen an Bandscheibenvorfall sowie Corona inkl. aller Nachwirkungen und was es sonst noch so gab die vergangenen Jahre zogen mir mal so richtig schön den imaginären Teppich unter den Füßen weg. Martin nahms sportlich und trainiert nun fleißig die linke Hand.
Mittlerweile haben wir uns eingelebt in der Situation und haben den Kampf mit der Bürokratie aufgenommen. Denn eigentlich steht dem Nebenerwerbslandwirt in so einem Fall im Rahmen der Sozialversicherung eine Betriebshilfe zu – mit diversen Wenn’s und Dann’s und Aber’s in vielfältigen Richtungen… schon allein ganz spontan eine Hilfe zu finden. Denn stellen konnte man uns keine. Kein Personal in unserer Ecke des Bundeslandes. Wenn wir selber jemanden finden würden, „kein Problem“ – sofern man kein Problem mit Formularen, Paragraphen und Klauseln hat… Aber wir blieben tapfer. Wir fanden jemanden und nachdem wir uns durch diverse Anmeldemöglichkeiten gekämpft hatten, haben wir nun hoffentlich einen Weg gefunden, wie alles ganz hieb- und stichfest ist und nun warten wir noch auf die Genehmigung. Aber bis dahin haben wir jetzt einfach Hilfe und Unterstützung und können endlich auch mal wieder ein Stück weit aufatmen, liegen gebliebenes aufarbeiten, den Kopf wieder zurechtrücken und die Konsequenzen, die so ein kleiner Stoß gegen einen Pfosten mit sich bringen, absehen und organisieren. So Dinge wie, später als geplant in die Schersaison starten oder nicht mit den Flauschs auf Finkenrech dabei sein… Das ruckeln wir dann hoffentlich alles ab nächster Woche wieder in die richtigen Richtungen.
So und zwischendurch… zwischendurch hatte der Kater noch’ne dicke Backe. Herje, der hat uns vielleicht einen Schreck eingejagt. War aber alles halb so dramatisch. Es war ein Abszess, der noch nicht aufgegangen war und dank tierärztlichem und vermutlich rechtzeitigem Antibiotika hat sich’s dann auch ohne Aufplatzen wieder zurück gebildet. Jetzt läuft er halt nur mit rasierter Backe rum, weil das der Tierarzt gleich noch gemacht hatte…

Bei den anderen Tieren blieb’s dann bloß gut ganz normal und endlich mal etwas ruhig. Reicht ja nun eigentlich auch wirklich ausführlich.
