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Und dann war’s hier schon wieder ruhig. Dieses Jahr will aber auch wirklich noch mal so richtig zeigen, wie viel Drama in ein Jahr reinpassen kann. Ächz.

Wer uns in die Signal-Gruppe gefolgt ist, weiß es… Martin und der Stallpfosten haben ausknobeln wollen, wer der Stärkere ist. Martin hätte auch einfach mich vorher fragen können… aber nein, er wollte es selber wissen. Das Match hatte ganz klar der Stallpfosten gewonnen und Martins Hand hatte verloren. Das war das eine Mal, auf das wir hätten verzichten können. Gnarf. Ich stand gerade beim Frühlingserwachen bei Dörrenbächers als mich Martins Anruf ereilte, dass er sich an diesem Tag echt wüst die Hand eingeschlagen hatte. Ein paar Stunden später hat er sich dann doch auf den Weg ins Krankenhaus gemacht und das Röntgenbild zeigte: Hand kaputt.

Sechs Wochen mindestens außer Gefecht gesetzt… mit einem blöden Bruch über dem Gelenk des kleinen Fingers. Rechts natürlich. So war dann der Stand der Dinge am Freitagabend. Wobei wir da noch nicht wussten, wie sehr die Ärzte mit dem Bruch hadern würden und wie oft sie nachschauen werden würden, ob sie nun operieren müssen oder nicht.

Dank sehr lieber Hilfsunterstützung am Samstag im Stall und am Abend beim Abbauen bei Dörrenbächers haben wir das Wochenende dann irgendwie über die Runden gebracht und dann ging’s los in die erste Woche mit defekter Hand – und kaputter Seele. Mich hat der Unfall vermutlich sogar sehr viel mehr aus der Bahn geworfen als Martin. All die Erinnerungen an Bandscheibenvorfall sowie Corona inkl. aller Nachwirkungen und was es sonst noch so gab die vergangenen Jahre zogen mir mal so richtig schön den imaginären Teppich unter den Füßen weg. Martin nahms sportlich und trainiert nun fleißig die linke Hand.

Mittlerweile haben wir uns eingelebt in der Situation und haben den Kampf mit der Bürokratie aufgenommen. Denn eigentlich steht dem Nebenerwerbslandwirt in so einem Fall im Rahmen der Sozialversicherung eine Betriebshilfe zu – mit diversen Wenn’s und Dann’s und Aber’s in vielfältigen Richtungen… schon allein ganz spontan eine Hilfe zu finden. Denn stellen konnte man uns keine. Kein Personal in unserer Ecke des Bundeslandes. Wenn wir selber jemanden finden würden, „kein Problem“ – sofern man kein Problem mit Formularen, Paragraphen und Klauseln hat… Aber wir blieben tapfer. Wir fanden jemanden und nachdem wir uns durch diverse Anmeldemöglichkeiten gekämpft hatten, haben wir nun hoffentlich einen Weg gefunden, wie alles ganz hieb- und stichfest ist und nun warten wir noch auf die Genehmigung. Aber bis dahin haben wir jetzt einfach Hilfe und Unterstützung und können endlich auch mal wieder ein Stück weit aufatmen, liegen gebliebenes aufarbeiten, den Kopf wieder zurechtrücken und die Konsequenzen, die so ein kleiner Stoß gegen einen Pfosten mit sich bringen, absehen und organisieren. So Dinge wie, später als geplant in die Schersaison starten oder nicht mit den Flauschs auf Finkenrech dabei sein… Das ruckeln wir dann hoffentlich alles ab nächster Woche wieder in die richtigen Richtungen.

So und zwischendurch… zwischendurch hatte der Kater noch’ne dicke Backe. Herje, der hat uns vielleicht einen Schreck eingejagt. War aber alles halb so dramatisch. Es war ein Abszess, der noch nicht aufgegangen war und dank tierärztlichem und vermutlich rechtzeitigem Antibiotika hat sich’s dann auch ohne Aufplatzen wieder zurück gebildet. Jetzt läuft er halt nur mit rasierter Backe rum, weil das der Tierarzt gleich noch gemacht hatte…

Frodo mit dicker Backe… in Echt sah’s noch sehr viel dramatischer aus…

Bei den anderen Tieren blieb’s dann bloß gut ganz normal und endlich mal etwas ruhig. Reicht ja nun eigentlich auch wirklich ausführlich.

Was sind wir froh über unsere schattenspendenden Bäume! Und was sind wir froh, dass durch unser kleines Tal auch immer wieder ein angenehmer Wind durchstreift. Damit ist die Hitze zwar immer noch ganz schön nervig, aber doch auch ein Stück weit ertragbar und auch unsere Gäste können die Flauschs genießen ohne unmittelbar in der knalleprallen Sonne zu stehen… wobei es sich auch nicht immer ganz verhindern lässt.

Zu Gast hatten wir gestern das Saarländische Umweltministerium bei uns. Petra Berg kam mit einer kleiner Gruppe ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen ihrer Sommertour zu uns. Im lauschigen Schatten unsereres großen Apfelbaumes unterhielten wir uns mit Blick auf die Stuten mit Miniflauschs und ihrer Herdenschutzhündin Dunja über ganz schön vieles. Natürlich über Alpakas, aber auch über ihre Herdenschützer sowie den Wolf und allem, was da so dazu gehört. Mit dem Referat für Landwirtschaftliche Erzeugung tauschten wir uns über Kooperationsmöglichkeiten aus. Mal schauen… die erste Idee ist am Gären.
Die Zeit verging auf jeden Fall wie im Flug und schon musste Frau Berg zu ihrem nächsten Termin.

Foto: © MUKMAV / Daniel Bittner

Während Martin und ich uns ins kühle Büro begaben, jagten die Flauschs dem Schatten hinterher und wir drückten die Daumen, dass alle gut durch den heißen Tag kommen. Besonders fies waren nämlich auch die doofen Pferdebremsen unterwegs und stänkerten, was das Zeug hielt.

Als wir am Abend schließlich zur Abendrunde alle Alpakas im Stall durchzählten, begrüßte uns Lyrata mit dicker Backe. Gnarf. Das sah echt ganz schön gruselig aus. Nun hoffen wir, dass das „nur“ ein Stich war und nicht eine Drüse, die ihr zu schaffen macht. Mit einem kalten Handtuch haben wir hoffentlich etwas Linderung bereiten können und nach kurzer Rücksprache mit dem Tierarzt haben wir die Entscheidung über einen Besuch von ihm auf heute vertagt. Da drücken wir mal die Daumen, dass es nix großes Doofes für Lyri wird!

Alpaka Lyrata hat eine dicke linke Backe. Wir vermuten, dass sie von einem Insekt gestochen wurde.
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