Aus dem Leben eines Alpakis #5 – Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner!

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner…

Hallo! Ich bin’s nach ganz schön langer Zeit mal wieder… der Edi!

Man… es ist wirklich schon ganz schön lange her, dass ich das letzte Mal was erzählt habe… und dabei ist doch so viel passiert. Diesen Umzug muss ich ja immer noch verdauen. Unsere Menschen haben zwar immer mal wieder gesagt, wir würden bald umziehen… aber das glaubt doch keiner, dass die das dann auch machen… und dann noch so weit. Und dann noch dieser Ausflug in die Klinik. Das war auch so’ne Sache. Hab ich denen auch nicht geglaubt, dass die mich wirklich eine Woche lang mit Roy allein lassen. Ich ohne meinen Kumpel Casi. Aber eigentlich… war’s mit Roy auch schön. Auch wenn der Anlass jetzt nicht so schön war. Und während die das Auge von Roy noch mal aufgemacht haben, war ich dann ganz allein in unserer Box. Das war merkwürdig. Als Roy dann wiederkam, da war er ganz schön benommen und ich konnte gar nicht so rumblödeln, wie ich das ja eigentlich immer gern mache. Wir haben uns aber ganz gut verstanden und Roy hat mich auch gar nicht immer so böse angeguckt, wie er das manchmal gerne macht. Ich sach euch… da kann einem manchmal ganz schön anders werden… da seh ich dann immer zu, dass ich meinen Schwanz ganz schnell hochgestellt bekomme und dann is wieder gut. Aber in der Klinik, da war er nicht böse. Auch nicht, wenn ich mal an seinem schlimmen Auge geschaut habe, ob alles in Ordnung ist. Ja… aber eigentlich wollte ich ja was ganz anderes berichten…

Nachdem Roy und ich dann auch endlich im neuen Zuhause angekommen waren, haben uns unsere Menschen einfach nicht auf die große Wiese gelassen. Da kommen die uns was zu futtern bringen, wo doch vorm Zaun soooooooo viel Gras ist. Hm… okay… Roy hat ja die Theorie, dass Martin und Corina uns nicht rausgelassen haben, weil es ihm noch nicht so gut ging und der Arzt gesagt haben soll, dass er sich noch schonen soll. Dabei ging’s im gar nicht so schlecht. Rumspucken konnte er auf jeden Fall ganz schnell wieder. Calypso meinte, wir dürften noch nicht raus, weil das Gras noch nicht so grün ist… dabei weiß doch jeder, dass hinterm Zaun das Gras IMMER grüner ist als vorm Zaun. Casi meinte, unsere Menschen hätten Angst, dass wir uns auf dem neuen Gelände verlaufen würden… Na, vielleicht hatte er da Recht… es ist wirklich ganz schön groß. Aber dann hätten die uns ja auch einfach mal ein kleineres Stück geben können. In Oberndorf haben sie uns ja auch immer was abgesteckt. Aber neeee… ham die die ganze Woche nach Roys und meiner Ankunft irgendwas hinterm Zaun gewuselt. Aber Zaun gebaut haben die nicht. Und dann… jetzt kommt noch so’ne Geschichte… dann waren da plötzlich neue Alpakas da. Rums… einfach so. Neee… das stimmt auch wieder nicht. Schon in Oberndorf haben Martin und Corina immer was von Mädels gefaselt. Aber wer glaubt denn, dass dann auch wirklich welche kommen. Von einem auf den anderen Tag waren da plötzlich vier Mädchen da. Drei große und ein kleines. Die zogen da ein, wo Martin und Corina die ganze Zeit was gebastelt haben. Da haben wa erstmal komisch geguckt. Calypso war gar nicht mehr vom Zaun wegzubekommen. So blieb dann auf jeden Fall mehr feines Öhmd für mich zum schnabbulieren übrig.

Und dann… dann ging bei uns auf der Geländeseite etwas vor sich… ich hab mir da dann gleich mal ganz nah am Zaun einen Platz gesucht, und ganz genau geschaut, was da losging…

Recht schnell waren Casi und ich uns einig… das könnte ein Zaun werden! Die Sehnsucht nach frischem Grün könnte also bald ein Ende haben. Und tatsächlich… am vergangenen Sonntag war es dann endlich soweit… wir konnten endlich wieder frisches Gras schnabbulieren. Juhuuu!

Das mit dem grünen Gras ist wirklich toll! Doof sind nur zwei Sachen: 1. Das Gras, das uns Martin und Corina eingezäunt haben, ist viel zu wenig!!! (Aber ich glaube, die arbeiten schon an mehr) 2. Wenn wir hinter unserem Stall auf der Wiese sind, dann sehen wir die Mädels gar nicht so richtig… deswegen müssen wir immer mal wieder nach vorne um zu kieken, was die machen.

Na. Dieses neue Zuhause ist schon ganz schön aufregend. Die Tage vergehen wie im Flug. Jetzt muss ich aber mal schauen, ob mir Roy, Calypso und Casi noch was Grünes übrig gelassen haben.
Bis bald mal wieder,
euer Edi!

Nachgereicht… Die Jungs treffen im neuen Zuhause ein

Hier kommt er… der versprochene ausführlichere Bericht zum Eintreffen unserer Jungs:

Lange hatten wir ja hin- und herüberlegt, wie es wohl cleverer wäre… erst die Mädels ins Saarland zu holen und dann die Jungs oder umgekehrt.

Von Mitte Januar bis Mitte März wohnten wir zweigeteilt. Ich war in der Regel in Oberndorf und versorgte Roy, Calypso, Casi und Edi. Martin bezog im Saarland schon mal Stellung und lebte sich in seinem neuen Job ein. Irgendwann war irgendwie von ganz alleine klar… sobald die vier Jungs umgezogen waren, konnte auch ich mitkommen und somit war die Entscheidung gefallen. Erst ziehen die Herren um, dann kommen die Damen ins Saarland.

Verschiedene Umstände verzögerten immer wieder unsere Ankunft in der neuen Heimat. Aber am 19. März war es schließlich soweit! Nach einer kleinen Verabschiedung am Sonntag zuvor, packten wir die vier Hengste in unseren Anhänger und begaben uns auf den Weg. Für Roy hieß es aber noch einen Zwischenstopp in der Pferdeklinik einzulegen. Denn seine Augen-OP vom Herbst verlief doch nicht so rund, wie wir das zunächst gedacht hatten. Es waren nicht alle Tränendrüsen entfernt worden und so füllte sich seit Herbst immer wieder die Augenhöhle mit Tränenflüssigkeit. Als Begleiter für Roy hatten wir Edi auserkoren… und so durfte auch er noch nicht gleich mit ins neue Gehege.

Calypso und Casi war es zunächst nicht ganz geheuer, als sie in Mainzweiler eintrafen: Alles war anders. Alles war neu. Und dann waren da noch die neuen Nachbarn… Zwei Ziegen begrüßten die beiden recht neugierig. Unsere zwei Alpakis waren sehr skeptisch – um es mal vorsichtig auszudrücken. So nutzten die beiden die kommende Woche a) Roy und Edi kräftig zu vermissen und b) das unvertraute Gelände nach und nach für sich zu entdecken. Und wir glauben, beides haben sie ausführlich getan…

Am Sonntag drauf konnten wir schließlich Roy und Edi zu uns holen, denen wir am Freitag auch noch einen kleinen Besuch in der Klinik abgestattet hatten. Die OP verlief gut und den zwei schien es in der Pferdeklinik Altforweiler an nichts zu fehlen – außer natürlich an Calypso und Casi. Die Wiedersehensfreude der vier Herren war groß und wir waren froh, diesen Schritt geschafft zu haben.

 

Der Webertal-Alpaka-Clan ist vollständig…

…zumindest vorerst. Denn zwei Stuten fehlen noch. Die werden im Sommer zu uns stoßen und unsere Herde komplett machen… naja… und dann sind ja noch die Fohlen, die dieses Jahr noch schlüpfen werden 😀

Aber so sind nun erst mal alle da… und noch mehr…. Robert überraschte uns gestern noch mit einer kleinen Osterüberraschung. Statt nur Grace und Clarissa in den Anhänger zu laden, stand da plötzlich noch die kleine Rika mit drin. Der kleine weiche Flauschewuschel ist mit einem Gendefekt auf die Welt gekommen und von Geburt an taub. Das hatte ein wenig zur Folge, dass sie in ihrer Kinderstubenherde nicht immer vorne mit dabei war, wenn es z.B. ums Futtern ging. Da bei uns nun anfangs alles klein und überschaubar sein wird, war die Idee, der Kleinen in einer überschaubaren Herde den Streß zu nehmen und quasi gemeinsam mit uns an den kommenden Herausforderungen zu wachsen. Wir hoffen, dass es ihr bei uns gut geht und sie mit den drei gestandenen „alten“ Damen in ein entspanntes Alpakileben trotz Handicap huscheln kann.

Damit das auch drei gestandenen Damen werden konnten, machten wir uns von Robert aus auf den Weg zu Ilona ins Taubertal. Dort wartete bereits Lyrata auf uns. Nach einer kleinen Pause, die offenbarte, dass unsere stolze Grace und der Anhänger irgendwie nicht so miteinander können und es ihr überhaupt nicht geheuer in dem Gefährt war, machten wir uns rasch wieder auf den Weg, damit alle vier ins neue Zuhause kommen konnten. Trotz des Osterverkehrs kamen wir überraschend gut voran und konnten am frühen Abend den Mädels ihr neues Daheim vorstellen. Ein wenig schüchtern… aber auch extrem neugierig zogen alle vier ein. Die Aufregung von Grace legte sich rasch und die unterwegs auftretende Befürchtung, dass unsere kleine Osterüberraschung von den großen zur Seite gedrängt wird, bestätigte sich bloß gut nicht. Ein bisschen komisch war’s für die großen zwar schon, dass ihnen da nun so ein kleiner Wurm nicht von der Seite weicht, aber verscheucht haben sie sie nicht. Puh!

Unsere Herren, die letzte Woche auch endlich wieder alle vier zusammengekommen sind, waren natürlich sehr aufgeregt als sie sahen, dass da ein paar hübsche Damen einzogen. Ich habe Edi noch nie so gerade dastehen sehen 😉 Selbst das Futter, dass wir ihnen nach unserer etwas längeren Abwesenheit, gleich gegeben hatten, wurde ersteinmal fleißig ignoriert… irgendwann aber siegte der Hunger, und es war nur noch Calypso, der aus dem Staunen gar nicht herauskam.

Tja und nun… nun schauen wir mal, dass sich die vier Mädels gut bei uns einleben und sich wohl fühlen. Als nächstes stehen Gehegebauarbeiten an, damit alle Alpakis sich am nun langsam frisch keimenden Grün laben können. Und wir müssen auch endlich mit unseren Laufherren wieder auf Tour gehen und unsere neue Umgebung erkunden. Wer weiß, ob die überhaupt noch wissen, wie das geht…